Bundesheer: Weitere 70 Soldaten verlegen in den Tschad

Pioniere, Sanitäter und Spezialeinsatzkräfte verstärken das Kontingent

Wien (BMLV) - Der Aufmarsch des österreichischen Kontingents läuft nach Plan. Heute, Dienstag, um 10:15 Uhr sind etwa 70 Soldatinnen und Soldaten des Österreichischen Bundesheeres vom Fliegerhorst Vogler in Linz/Hörsching in Richtung N´Djamena abgeflogen. Mit dieser Truppenverlegung ist der Großteil des österreichischen Kontingents im Einsatzraum.

Das vorwiegend aus Pionieren, Sanitätern und Spezialeinsatzkräften bestehende Kontingent verstärkt die rund 75 Soldaten, die sich bereits im Tschad befinden. Die Einsatzbereitschaft des österreichischen Kontingents soll im März hergestellt sein.

Das österreichische Tschad-Kontingent
Das Österreichische Bundesheer beteiligt sich mit bis zu 160 Soldatinnen und Soldaten an der UN-mandatierten humanitären Schutzmission der EU im Tschad.

Das österreichische Kontingent im Tschad besteht u.a. aus:
- Spezialeinsatzkräften,
- Ärzten und Sanitätern,
- Logistik- und Aufklärungselementen
- sowie Stabsoffizieren in den Hauptquartieren in Paris und im Tschad.

EUFOR/Tschad - eine Mission mit humanitärer Zielsetzung
Im Osten des Tschad leben etwa 250.000 Flüchtlinge aus der Bürgerkriegsregion Darfur (Sudan) und etwa 170.000 Binnenvertriebene. Misshandlungen, Vergewaltigungen von Frauen und Kindern, Verschleppungen und Überfälle auf Hilfsorganisationen und Flüchtlinge sind Teil des Alltags.

Die UNO hat Europa ersucht, zu helfen. Der EU-Mission im Tschad liegt ein Beschluss des Weltsicherheitsrates (Resolution 1778) sowie ein einstimmiger Beschluss im Rat der Europäischen Union zugrunde (Council Joint Action 2007/677/CFSP).

Die Zielsetzungen von EUFOR/Tschad sind wie folgt definiert:

  • Schutz von Zivilpersonen, insbesondere von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen
  • Verbesserung der allgemeinen Sicherheitslage, um humanitäre Hilfsleistungen zu erleichtern
  • Unterstützung von Maßnahmen, welche für die freiwillige Rückkehr der Flüchtlinge und Vertriebenen notwendig sind
  • Unterstützung der Grundlagen für den langfristigen zivilen Wiederaufbau
  • Schutz von Personal, Einrichtungen und Ausrüstung der UNO sowie Gewährleistung der Bewegungsfreiheit von UNO-Personal

Ein starkes Fundament - 24 Länder beteiligen sich
An EUFOR/Tschad beteiligen sich folgende Nationen: Albanien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Tschechien, Deutschland, Spanien, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Litauen, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Schweden und Zypern.

Die Vereinten Nationen und NGO’s fordern den EU-Einsatz
Ein Auszug von Zitaten zum Tschad-Einsatz von UNO-Vertretern und von der Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch:
"Die humanitäre Situation hat sich dramatisch verschlechtert." Jean-Marie Guéhenno, UNO-Untergeneralsekretär für Friedensoperationen im Februar 2008 im Kölner Stadtanzeiger
"Die Flüchtlinge, die kürzlich aus Darfur in den Tschad geflohen sind, befinden sich in einer unsicheren und gefährlichen Region. Die EU muss ihre Truppen unverzüglich im Tschad stationieren."
Human Rights Watch im Februar 2008
"Was wir am dringendsten brauchen, ist Schutz vor herumziehenden Räubern."
Annette Rehrl, Sprecherin des UNHCR im Tschad im Jänner 2008 in "Österreich"
"Diese Truppe wird das Schlüsselinstrument für die Sicherheit der Flüchtlinge und einen effizienteren humanitären Einsatz sein." Antonio Guterres, Hochkommissar der UNO für Flüchtlinge im Oktober 2007 in der belgischen Tageszeitung "Le Soir"

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