GPA-DJP-Stein: Universitäten dürfen nicht zu Dienstleistern des Marktes verkommen

Neue Uni-Rätin will gesellschaftlichen Diskurs über die Rolle der Hochschulen intensivieren - Kritik an Studiengebühren

Wien (GPA-DJP) - "Aufgabe der Universitäten kann es nicht sein,
nur unmittelbar verwertbares Wissen zu vermitteln, sondern die Fähigkeit, sich Wissen anzueignen, die Fähigkeit, den Schatz an Wissen, den es gibt, weiter zu entwickeln und an Lösungen gesellschaftlich relevanter Problemstellungen zu arbeiten", definiert die Bundesgeschäftsführerin der GPA-DJP Dwora Stein die Rolle von Universitäten. Stein wurde kürzlich von der Regierung zum neuen Mitglied des Rates der Universität Wien bestellt. ++++

Kritisch äußert sich Stein zu den Studiengebühren. "Diese haben zu einem Rückgang des Anteils der Studierenden aus bildungsfernen Schichten geführt. In kaum einem anderen mit Österreich vergleichbaren Land ist ein Studium eine derart elitäre Angelegenheit wie in Österreich. Diese Hürde entspricht nicht meinen Vorstellungen einer modernen und offenen Universität", so Stein.

Reformbedarf sieht Stein auch bei der so genannten "Bologna-Architektur". "Diese führt zu einer Verschulung, Normierung und Modularisierung des Studiums mit dem Ziel, die Rolle der Universitäten auf eine reine Dienstleistungsfunktion für den Markt zu reduzieren. Ob ein solches System geeignet ist, wirklich Bildung im umfassenden Sinn und Problemlösungskompetenz zu vermitteln, wage ich zu bezweifeln", betont Stein.

Die Gleichstellung von Männern und Frauen im wissenschaftlichen Betrieb sowie die Wiederherstellung der Mitbestimmung des Mittelbaus, der Studierenden und der ArbeitnehmerInnen nennt Stein als weitere zentrale Herausforderungen der künftigen Entwicklung der Universitäten.

"Der Universitätsrat ist im Universitätssystem das einzige Bindeglied zwischen innen und außen und ich sehe meine Aufgabe in diesem Gremium darin, die gesellschaftlichen Anforderungen und Funktion der Universitäten und dabei insbesondere die Interessen von ArbeitnehmerInnen zu thematisieren", so Stein abschließend.

ÖGB, 4. März 2008 Nr. 129

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