Geschäftsklima in Mittelosteuropa stabilisiert sich, Direktinvestoren bleiben optimistisch

Aktueller Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa sieht Investoren vorsichtiger aber weiter expansionswillig.

Wien (OTS) - Die rund 400 MOE-Headquarters in Österreich, die im Jänner 2008 an der mittlerweile vierten Erhebung zum Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa teilgenommen haben, sind im Vergleich zum Herbst 2007 zwar etwas vorsichtiger in ihren Konjunktureinschätzungen, die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und -perspektiven für ihre Betriebe in der Region bleibt aber unverändert optimistisch. Das Geschäftsklima stabilisiert sich auf hohem Niveau und das schlägt sich auch in den Expansionsstrategien der Unternehmen nieder: Rund 40% der Auslandsniederlassungen werden ausgebaut, neue Märkte erschlossen. Die sehr positive Grundstimmung der Direktinvestoren zu Jahresbeginn 2007 konnte jedoch nicht gehalten werden.

Zeichen stehen weiterhin auf Expansion

Rund 150 Neuinvestitionsprojekte insbesondere in Rumänien, der Ukraine sowie in Bulgarien und Russland stehen in den nächsten Monaten zur Realisierung an. Unternehmen aus dem Energie- und Wasserversorgungsbereich zeigen sich besonders offensiv bei der Erschließung neuer Märkte. Auch Erweiterungsinvestitionen in bestehende Standorte sind quer über alle Branchen auf der Tagesordnung: Von den rund 1.400 Auslandsniederlassungen in der Region, die bei der Untersuchung im Fokus stehen, werden rund 40% weiter ausgebaut. Nur aus 3 % der bestehenden MOE-Betriebe soll in den nächsten Monaten Kapital abgezogen werden.

Bestes Geschäftsklima in Russland, der Ukraine und in Rumänien

Im Vergleich zum Herbst 2007 hat sich das Geschäftsklima in Russland, der Ukraine und in Rumänien im Jänner 2008 deutlich aufgehellt, das hohe Ausgangsniveau vom Jänner 2007 konnte jedoch nicht erreicht werden. Bestimmend für dieses Ergebnis sind sowohl eine bessere Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch optimistischere Geschäftserwartungen. In diesen drei Ländern rechnen die Befragungsteilnehmer auch mit einer besonders dynamischen konjunkturellen Entwicklung.

In Serbien Montenegro sind die Geschäftsklimawerte im Jänner 2008 - gemessen an den Ergebnissen der Erhebung im Herbst 2007 - deutlich gesunken, wobei die Direktinvestoren insbesondere bei der Einschätzung der Geschäftsperspektiven vorsichtiger sind. Diese Zurückhaltung dürfte mit der unmittelbar zu erwartenden Unabhängigkeitserklärung des Kosovo und deren unklaren Auswirkungen sowie mit der verschobenen Unterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens zusammenhängen.

In Ungarn wurde die, im Jahr 2007 bereits verhaltene Beurteilung des Geschäftsklimas nun noch weiter nach unten korrigiert. Zurückzuführen ist dies auf die gedämpfte Einschätzung der aktuellen Geschäftslage, während die Geschäftserwartungen gegenüber Herbst ziemlich stabil geblieben sind. Vor allem für Unternehmen aus dem Bauwesen und dem Handel hat sich das Geschäftsklima weiter eingetrübt. Für das Bauwesen lässt sich diese Entwicklung durch den starken Anstieg der Arbeitskosten in den letzten Jahren und die Zurückhaltung der öffentlichen Hand bei der Realisierung von Bauvorhaben erklären. Der Handel hingegen spürt die Verlangsamung der ungarischen Wirtschaftsentwicklung, die mit einem stagnierenden privaten Konsum einhergeht.

Hohe Zufriedenheit im Immobiliensektor, vorsichtigere Haltung der Banken

Trotz US Subprime-Krise laufen die Geschäfte im Immobiliensektor in Mittelosteuropa hervorragend. Die aktuelle Geschäftslage wird sogar deutlich besser eingeschätzt als noch im Herbst 2007 und auch für die Zukunft wird eine dynamische Geschäftsentwicklung erwartet. Dementsprechend stehen die Zeichen auf Expansion: In rund 70% der Unternehmensbeteiligungen vor Ort sind Erweiterungsinvestitionen geplant. Zudem plant ein Drittel der befragten Immobilienunternehmen einen Einstieg in neue Märkte.

Im Finanzsektor hat sich das Geschäftsklima hingegen eingetrübt:
Die Banken haben ihre Geschäftserwartungen deutlich zurückgenommen. Dies dürfte mit der wachsenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der globalen Finanzkrise zu tun haben. Höhere Risikoaufschläge und Refinanzierungskosten spüren die Banken bereits. Dazu kommt die Sorge bezüglich einer konjunkturellen Abschwächung in der Region: Die Banken zeigen im Branchenvergleich den geringsten Optimismus hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung Mittelosteuropas.

Konjunkturerwartungen verhaltener

Die Unternehmer haben ihre Konjunkturerwartungen für die Region insgesamt gegenüber Herbst 2007 nach unten korrigiert. Für Serbien Montenegro, Bulgarien und Tschechien wurden die Konjunktureinschätzungen besonders stark zurückgenommen. Sehr zurückhaltend zeigen sich die Direktinvestoren auch für Ungarn: 16% der befragten Unternehmen rechnen mit einer weiteren Verschlechterung der ohnehin schon schwierigen wirtschaftlichen Situation.

Mittelosteuropa weiterhin für Investoren attraktiv

Trotz der globalen Finanzkrise und des angespannten weltwirtschaftlichen Umfelds blicken die Direktinvestoren zuversichtlich auf die Geschäftsentwicklung ihrer MOE-Betriebe vor Ort, auch wenn sie mit einer abgeschwächten Konjunkturdynamik in der Region rechnen. Mittelosteuropa bleibt ein attraktiver Zielmarkt für Direktinvestitionen.

Der Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa basiert auf vierteljährlichen Primärerhebungen unter rund 400 Entscheidungsträgern von MOE-Headquarters mit Sitz in Österreich, die zu rund 1.400 ihrer Unternehmensbeteiligungen in Mittelosteuropa befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der Direktinvestoren zur aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.

Der Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa bietet differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen und Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe Aussagen und Prognosen ua über die Performance von Direktinvestoren in einzelnen Ländern Mittelosteuropas bzw. in der Gesamtregion ermöglichen.

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