Brauner: "Frauengerechte Städte sind menschengerechte Städte."

Jahreskonferenz der Wiener SPÖ-Frauen unter dem Motto "Spielmacherinnen für Wien".

Wien (SPW) - Am Samstag fand unter dem Motto "Spielmacherinnen für Wien" die Jahreskonferenz der Wiener SPÖ-Frauen im Austria Center Vienna statt. Eröffnet wurde die Konferenz durch die Grußworte von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und Frauenministerin Doris Bures die die Vorreiterrolle Wiens in Sachen Frauenpolitik lobten. "Sie ahnen gar nicht wie viel Lob man vertragen kann", mit diesem Zitat von Bruno Kreisky bedankte sich die Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen, Vizebürgermeisterin Renate Brauner bei ihren Vorrednerinnen und betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Landes- und Bundesfrauen. "Wir SPÖ-Frauen sind in Wien Spielmacherinnen. Wir können täglich sehen, welche Inhalte wir vertreten und wie wir diese Stadt prägen. Und darauf können wir stolz sein. Aber: Wir sind noch lange nicht am Ziel angelangt und haben noch viel zu tun", so Brauner. ****

Brauner ließ in ihrer Rede das vergangene Jahr und die Fortschritte in der Frauenpolitik dank Sozialdemokratie auf Bundes- und Landesebene Revue passieren. Dabei verwies sie auch auf die "Rückschritte die es unter der schwarz-blauen Koalitionsregierung für Frauen gab." Besonders dramatisch sei die Kürzung der Mittel für die Gewaltinterventionsstellen durch Schwarz-Blau gewesen. So habe vielen Frauen die dringend Hilfe benötigt hätten, nicht geholfen werden können. Brauner dankte Frauenministerin Doris Bures dafür, dass eine ihrer ersten Maßnahmen nach Amtsantritt die zur Verfügungstellung der notwendigen Mittel für Gewaltintervention war. "Nun können wir wieder mit Stolz versichern, dass, wenn Frauen in der Politik sind, keine Frau in Österreich im Stich gelassen wird, schon gar nicht wenn sie sich in einer Notsituation befindet", so Brauner. Trotz des Koalitionspartners und seinem "konservativen, rückschrittlichen Frauenbild" sei es der roten Bundesregierung im vergangenen Jahr gelungen, so Brauner "sozialdemokratische Fußspuren zu hinterlassen und die Situation der Frauen zu verbessern". Auch im Bereich der Arbeitslosigkeit sei, so Brauner, "mit Wiener Handschrift viel erreicht worden." Die Frauenerwerbsquote in Wien liege mit 76,2 Prozent nur knapp unter der der Männer mit 76,6 Prozent und "die 0,4 Prozent werden wir auch noch packen", versicherte die Vizebürgermeisterin. Die Stadt Wien versorge nicht nur ihre BewohnerInnen mit Arbeitsplätzen, rund 210.000 Menschen aus allen Bundesländern fänden in Wien Arbeit und 17.500 Lehrlinge einen sicheren Ausbildungsplatz.

Auch bei der Einkommensschere zwischen Mann und Frau liege Wien mit 20 Prozent deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt. "Wir nehmen das als Ansporn, die Einkommensschere noch kleiner und die Einkommensgerechtigkeit noch größer zu machen", betonte Brauner. Die Vorsitzende der Wiener SPÖ-Frauen stellte hierbei die Wichtigkeit von Kinderbetreuungseinrichtungen in den Vordergrund. Brauner nannte "gute Kinderbetreuungseinrichtungen als eine Grundlage für gerechte Frauenpolitik", und auch hier darf Wien mit Fug und Recht auf seine Vorreiterinnenrolle stolz sein. 93 Prozent aller drei- bis sechsjährigen Kinder haben in Wien einen Kindergartenplatz, dank ausgebildeter PädagogInnen sei eine optimale Bildung auch in der Nachmittagsbetreuung gewährleistet und Wien verfüge über die längsten Kindergartenöffnungszeiten aller Bundesländer. Denn: "Was nützt berufstätigen Eltern ein Gratiskindergarten der um zwölf Uhr zusperrt", so Brauner in Richtung Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll.

Brauner versicherte, dass "nach Unterzeichnung der 15a-Vereinbarung noch zusätzliche Mittel für den Ausbau der Kinderbetreuung aufgewendet" werden und alleine in Wien "eine Milliarde Euro für den Ausbau der Bildung investiert" werden wird. Dabei wird bereits der Kindergarten als Bildungsstätte verstanden und die Kinder intensiv und individuell gefördert. "Wir wollen allen Kindern die gleichen Chancen ermöglichen", so Brauner und sieht die Zukunft Wiens als "Bildungsmetropole im Herzen Europas". Heftige Kritik übte die Vizebürgermeisterin auch am ÖVP-Vorschlag des Familiensplittings. Es würde "Die Armen noch ärmer machen und Frauen zu Abschreibposten degradieren" und "dass wird es mit uns SPÖ-Frauen sicher nicht spielen", versicherte Brauner.

Dank der SozialdemokratInnen wurde Wien im letzten Jahr wesentlich menschen- und frauenfreundlicher und "wir arbeiten dafür, dass in allen Bereichen dieser Stadt auf Frauen Rücksicht genommen wird. Denn: Frauengerechte Städte sind menschengerechte Städte," so die Vizebürgermeisterin.

Im Anschluss diskutierten Sandra Frauenberger, Stadträtin für Frauenfragen, Grete Laska, Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Sport, Ingela Bruner, Rektorin der Universität für Bodenkultur und erste weibliche Universitätsdirektorin Östereichs, Edeltraud Hanappi-Egger, Vorsitzende des Senats der Wirtschaftsuniversität und Informatikerin sowie Gabriele Fiedler, Profifußballerin unter dem Motto "Spielmacherinnen für Wien" über ihren Weg in eine primäre Männerdomäne, die Unterstützung ihrer Familien für ihren Berufswunsch, Möglichkeiten zur Förderung von Frauen in Technik und Wissenschaft, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Diskriminierung, Frauenquote, Netzwerke um beruflich voranzukommen, veraltete Rollenbilder und Wünsche für die Zukunft.

Im Zuge der Diskussion unterbreitete Grete Laska Ingela Bruner der Vorschlag einen Betriebskindergarten an der Universität für Bodenkultur einzurichten. Frauenstadträtin Sandra Frauenberger brachte zusammenfassend auf den Punkt: "Alles ist ein Team-Spiel. Wenn wir Frauen einmal am Ball sind, können wir viele weitere Frauen zum Tor mitnehmen." (schluss) sv

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