Lohnpolitik den Sozialpartnern überlassen

Gewerkschaften betrachten mehr als Inflation bei Verhandlungen

Wien (GMTN/ÖGB) - "Die Inflation ist ein wesentlicher Bestandteil der gewerkschaftlichen Lohnverhandlungen - aber eben nur einer", sagt Erich Foglar, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) und Wirtschaftssprecher des ÖGB zu den Aussagen von Wirtschaftsminister Bartenstein zum Thema Inflation und Lohnverhandlungen.++++

"Die Inflation der vergangenen Monate ist für die Menschen erdrückend hoch, deshalb ist es wichtig, mit mehreren Maßnahmen dagegen vorzugehen", sagt Foglar. "Wirtschaftsexperten bestätigen uns regelmäßig, dass unsere Lohnabschlüsse wirtschaftskonform sind und keineswegs Arbeitsplätze gefährden." Es sei für einen Arbeitsminister nicht gerade fair, die ArbeitnehmerInnen vor die Wahl zu stellen zwischen mehr Arbeitsplätzen und höheren Löhnen, wie Bartenstein das andeute. "Man muss sich nur die Exporterfolge anschauen, die beweisen, dass Österreich durchaus konkurrenzfähig ist."

"Für Menschen, die wenig verdienen, ist das eine oder andere Zehntel mehr bei den Lohnrunden durchaus wichtig", sagt Foglar. Bartenstein solle die Lohnverhandlungen dort lassen, wo sie hingehörten, und zwar bei den Sozialpartnern in den Branchen. Er selbst habe Minister Buchinger kritisiert, als der sich für starke Lohnerhöhungen ausgesprochen habe - "dann soll sich Bartenstein selbst aber auch nicht einmischen und zu maßvollen Lohnrunden aufrufen. Wichtiger wäre es, dass Bartenstein die ständigen Preissteigerungen bekämpft", fordert Foglar. Es könne nicht sein, dass die Preise immer mit der Marktentwicklung erklärt werden, und dass es immer die ArbeitnehmerInnen sein müssten, die sich zurückhalten. "Es wäre viel sinnvoller, wenn Bartenstein die Unternehmen zu maßvollen Preissteigerungen aufrufen würde."

ÖGB, 1. März 2008 Nr. 125

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