Neues Volksblatt: "Mangelware" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 29. Februar 2008

Linz (OTS) - Ziemlich undifferenziert konnte man in den letzten Tagen vom Neuwahlgespenst lesen oder von drohenden Neuwahlen, ja sogar von Wahl-Horror war die Rede.
Undifferenziert ist das deswegen, weil eine Wahl an sich in einer entwickelten Demokratie westlichen Zuschnitts kein Übel sein kann. Immerhin ist ja auch vom Wahlrecht die Rede, das nun sogar schon den 16-Jährigen zugestanden wird.
Nicht die Wahl also ist das Übel, sondern es können die Umstände, die zur Wahl führen, ein Ärgernis sein. Eine Regierung, die vor lauter Haxelstellen keine Zeit für den Blick nach vorne hat, ist ein solches Ärgernis. Und ein Ärgernis ist auch, dass durch den derzeitigen Umgang der Regierungsparteien miteinander wohl die Gruppe der Nichtwähler den stärksten Zulauf zu gewärtigen haben wird. Vielleicht wäre es heilsam für die Streitparteien, ein paar Tage an der Basis zu verbringen. Dort nämlich versteht kaum noch jemand, was "die da oben" derzeit aufführen. Erklärungen zum Regierungstheater sind Mangelware, selbst dem Bundespräsidenten, der sich diese Konstellation gewünscht hatte, scheint es die Rede verschlagen zu haben.

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