Österreichische Jungbauernschaft stellt klare Forderungen im Milchbereich

"Dialog Milchwirtschaft" zwischen Österreich und Deutschland

Wien (OTS) - "Die Milchquote ist ein essenzielles Instrument zur Erhaltung der klein strukturierten Landwirtschaft in Österreich", erklärte Elisabeth Köstinger, Bundesobfrau der Österreichischen Jungbauernschaft, und sprach sich klar für die Beibehaltung der Quotenregelung aus. Für den Fall eines Auslaufens nach 2014/15 forderte die Österreichische Jungbauernschaft beim gestrigen "Dialog Milchwirtschaft" in Waidhofen an der Ybbs begleitende Maßnahmen und zusätzliche Geldmittel zur Unterstützung benachteiligter Milchstandorte. Außerdem bezeichnete Köstinger die von der EU geplante Quotenaufstockung als "falsche Maßnahme". Ein überhastetes "Soft-Landing" vor 2012 könnte zu einer kapitalen Bruchlandung ausarten. Eine Reihe internationaler Studien belege im Durchschnitt, dass eine Quotenausweitung beziehungsweise -abschaffung einen Preiseinbruch von minus 18,5% für die Bauern bedeuten würde. Die Milchproduktion würde jedoch im Gegenzug um nur knapp 2% steigen (Quelle: FAL-Isermeyer, Europäische Kommission, LEI-Wageningen).

Beim Dialog Milchwirtschaft sorgten Impulsreferate von Milchviehhaltern aus Rheinland-Pfalz, Bayern und Oberösterreich für intensive Diskussionen. Betriebsübernehmer aus Österreich und Deutschland diskutierten dabei über ihre Zukunft und wichtige Weichenstellungen. "Junge Betriebsführer brauchen Perspektiven und Planungssicherheit", so die Jungbauernobfrau. Trotz nationaler Strukturunterschiede war man sich einig, dass benachteiligte Gebiete und vor allem bergbäuerliche Familienbetriebe von einer Quotenabschaffung schwer betroffen sein werden. Die Österreichische Jungbauernschaft appelliert daher an Landwirtschaftsminister Josef Pröll, sich in Brüssel weiterhin hartnäckig für die flächendeckende Erhaltung der Landwirtschaft einzusetzen, und dankt ihm gleichzeitig für die bisherigen, erfolgreichen Verhandlungen. Auch wenn sich die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten für ein Auslaufen der Milchquote nach 2014/15 ausspricht, erwartet die Bauernbund Jugend von Pröll die österreichischen Milchbäuerinnen und -bauern zu schützen.

In Richtung SPÖ betonte Köstinger: "Die historisch bedingte Unglaubwürdigkeit der SPÖ vor allem im Bereich der Landwirtschaft bestätigt sich einmal mehr durch die Forderungen von SPÖ-Agrarsprecher Kurt Gaßner nach einer vorzeitigen Quotenabschaffung und einer Erhöhung der Milchproduktion in Österreich." Das würde die Produktion in den benachteiligten Gebieten gefährden und damit viele Milchbäuerinnen und -bauern in ihrer Existenz bedrohen. "Es zeigt sich wieder einmal, dass die Genossen der SPÖ keine Ahnung von agrarpolitischen Belangen haben, und wo bleibt die soziale Wärme für bäuerliche Familien? Für uns ist klar, wer in Österreich Bauernvertreter und wer Bauernverräter ist", so Köstinger.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Bauernbund Jugend Österreich
Brucknerstraße 6/3, A - 1040 Wien
Tel.: +43 1 505 81 73 - 28
Fax: +43 1 505 81 73 - 9928
Mobil: 0664/82 100 60
u.raser@bauernbund.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIM0001