ÖGB: Steigende Lebenserwartung keine Begründung für Pensionskürzungen

Verlängerung der Hacklerregelung umsetzen statt Pensionsautomatismus

Wien (ÖGB) - Anlässlich der morgen, Freitag, tagenden Pensionskommission, die sich mit der steigenden Lebenserwartung beschäftigen wird, stellt der Leitende Sekretär im ÖGB, Bernhard Achitz, klar, dass der ÖGB nichts von der Idee eines automatischen Nachhaltigkeitsfaktors hält. Pensionskürzungen habe es in den vergangenen Pensionsreformen schon genug gegeben. Stattdessen fordert Achitz die rasche Umsetzung der bereits beschlossenen Verlängerung der Hacklerregelung: "45 Jahre Arbeit müssen genug sein, um in Pension gehen zu können."++++

Der automatische Nachhaltigkeitsfaktor würde bedeuten, dass bei einer Steigerung der Lebenserwartung automatisch einzelne oder mehrere Maßnahmen im Pensionsbereich gesetzt werden müssen (z.B. eine Anhebung des Pensionsantrittsalter, Beitragserhöhungen und/oder geringere Pensionsanpassung), ohne dass die Politik darüber die Entscheidung trifft. "Es wäre demokratiepolitisch fatal, wenn nicht mehr das Parlament über die Anhebung des Pensionsantrittsalters entscheidet, sondern das Ergebnis einer Formel dafür ausschlaggebend ist, wann die Menschen in Pension gehen dürfen", so Achitz.

Kein Verständnis der Menschen für automatische Pensionskürzungen

Es ist abzulehnen, die Entwicklung der Lebenswartung als einziges Kriterium für Änderungen im Pensionssystem heranzuziehen. Die finanzielle Entwicklung der Pensionsversicherung hängt nicht nur von der Lebenserwartung ab, sondern wird von vielen anderen Faktoren beeinflusst (z.B. Erwerbsquote, Produktivität, Lohn- und Gehaltsentwicklung). Eine beispielsweise hohe Erwerbsbeteiligung kann eine höhere Lebenserwartung durchaus überkompensieren, sodass der Zuschuss des Staates zu den Pensionen, der Bundesbeitrag, geringer ausfällt. "Trotz Sinkens des Bundesbeitrages die Pensionen zu kürzen, nur weil die Lebenserwartung steigt, ist absurd und würde auf kein Verständnis bei der Bevölkerung stoßen. Die Menschen wurden durch die Pensionsreformen unter der schwarz-blau-orangen Bundesregierung schon genug belastet", erläutert Achitz.

ÖGB, 28. Februar 2008 Nr. 112

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
Tel.: (++43-1) 534 44/290 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0004