Odeon: Wiederentdeckung der Barockoper "Alcione"

Wien (OTS) - Das Odeon präsentiert ab 12. März eine Wiederentdeckung, die französische Barockoper "Alcione" von Marin Marais (1656 - 1728). Mit der weltweit ersten szenischen Aufführung seit 237 Jahren stellt das Odeon ein barockes Opernjuwel vor, das am Jahr 1706 am Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. uraufgeführt wurde und in der Folge durch Jahrzehnte erfolgreich war, dann aber bis heute von den Spielplänen verschwand. Die Aufführung im Odeon in der Regie von Philipp Harnoncourt, der musikalischen Leitung von Lorenz Duftschmied und der Ausstattung von Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits soll nun "Alcione" als Meisterwerk der französischen Barockmusik bewusst machen. Das Originalklangensemble Armonico Tributo Austria, das Serapions Ensemble, die J.J. Fux-Madrigalisten und das Sängerensemble mit Svetlana Smolentseva und Johannes Weiß in den Hauptrollen versprechen einen stimmigen Opernabend, der am Donnerstag vom Hausherrn gemeinsam mit dem künstlerischen Team vorgestellt wurde.

Himmlische Musik vom "Engel der Gamba"

Die Produktion steht in der Programmatik des Odeon, das, im Zusammenarbeit mit dem "Osterklang", schon einige Raritäten des Musiktheaters gezeigt hat und andererseits immer für Produktionen im Zusammenwirken von Musik, Malerei, Tanz und Dichtung gestanden ist. Interessant für das Odeon ist "Alcione", eine auf Ovid basierende Geschichte um die ewigen Themenkreise Krieg-Frieden und Liebe-Tod durch die Besonderheiten der französischen Barockoper, die sich wesentlich von der italienischen mit ihrem Rhythmus von Rezitativen und Arien unterscheidet. Zahlreiche heitere und dramatische Divertissments, teils instrumentale Tanzsätze bringen das Serapions Ensemble zum wirksamen Bühneneinsatz, verlangen ein Theater der Bilder. Insgesamt erwartet die Besucher eine abwechslungsreiche Handlung und eine Musik, die schon zu ihrer Zeit dem Komponisten großen Ruhm brachte. Alcione ist das erfolgreichste der insgesamt vier Bühnenwerke von Marin Marais, der für seine Kompositionen für Viola da Gamba als "Engel der Gamba" gefeiert wurde. Ein Originalinstrument seiner Zeit, auf dem Marais möglicherweise selbst gespielt hat, 1699 in Paris gefertigt, wird auch bei der Aufführung im Odeon erklingen.

Weitere Aufführungen der Produktion gibt es am 14., 17., 20., 25., 27., 29. und 30. März, alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr. Karten gibt es um 15, 28 und 43 Euro.

o Karten und weitere Information: Odeon, 2., Taborstraße 20 Tel.: 216 51 27 E-Mail: odeon@odeon-theater.at

Filmporträt zweier Barockmusiker im Burgkino

Im Dialog mit der Produktion im Odeon und in Kooperation mit dem französischen Kulturinstitut zeigt das Burg Kino am 4. und 18. März den Film "Tus les Matins du Monde" (Deutscher Titel: die siebente Saite), der von der Begegnung zwischen dem Gambenspieler Sainte-Colombe und dem Komponisten Marin Marais am französischen Hof handelt. Regisseur Alain Corneau hat die Geschichte aus dem Barock unter anderem mit Gérard Depardieu und Jean-Pierre Marielle 1991 in Szene gesetzt, der Film wurde vielfach ausgezeichnet. (Schluss) gab

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