Grüne unterstützen Aktionstag ´Santa Precaria´

Schatz: Dringender Handlungsbedarf, um faire arbeits- und sozialrechtliche Standards zu garantieren

Wien (OTS) - "Der Aktionstag ist ein wichtiges Zeichen, aber zur Verbesserung der Situation von prekär Beschäftigten tragen nur konkrete politische Maßnahmen bei", erklärt Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, zum morgigen Aktionstag "SANTA PRECARIA", der vom ÖGB und NGOs veranstaltet wird. Die bisher von Regierung und Sozialpartnern gesetzten Maßnahmen kritisiert Schatz als zu defensiv. So seien 25-prozentige Mehrstundenzuschläge für Teilzeitbeschäftigte zwar ein Fortschritt, aber trotzdem blieben Teilzeitjobs damit nach wie vor die willkommene Billig-Variante für die ArbeitgeberInnen. "Der Großteil der Menschen möchte Vollzeit arbeiten, um auch das dementsprechende Einkommen zu erlangen. Die besorgniserregende und steigende Zahl an ´working poor´ hat natürlich auch mit dem hohen unfreiwilligen TeilzeitarbeiterInnenanteil am österreichischen Arbeitsmarkt zu tun", erklärt Schatz.
Bereits ein Viertel aller Beschäftigten in Österreich arbeitet unter atypischen Bedingungen, betroffen sind vor allem Frauen. "Faire Arbeitsbedingungen und sozialrechtliche Absicherung dürfen nicht zum Ausnahmefall werden. Es ist erfreulich, dass der ÖGB mit diesem Aktionstag die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen lenkt. Doch Aktionstage sind zuwenig", so Schatz. Der sozialdemokratisch geführte ÖGB habe dem steigenden Druck - auch auf sehr gut ausgebildete junge Menschen - in den letzten Jahren zu passiv zugeschaut. Das Umdenken komme reichlich spät. Schatz: "Bis jetzt haben die GewerkschafterInnen im Parlament unseren Anträgen auf Gleichstellung atypischer Beschäftigung auf arbeits- und sozialrechtlicher Ebene, sowie auf Grundsicherung und gesetzlichen Mindestlohn nie zugestimmt. Es ist zu hoffen, dass dieser Aktionstag auch Bewusstsein in den eigenen Reihen des ÖGB schafft und dem Aktionismus bald erfreuliche politische Taten folgen werden."

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