PPV-Industrie im Jahr 2007:Produktionswert plus 5,5 Prozent

Ambivalente Konjunktursituation der einzelnen Unternehmen - Belastungen durch Energiekosten und CO2-Zertifikaten

Wien (PWK140) - Die Papierverarbeitende Industrie erwartet für
2007 eine Steigerung des Produktionswertes um 5,5 % auf knapp 1,9 Mrd. Euro und der Menge der abgesetzten Produktion von 3,5 % auf 1,1 Mio. t. Der Verpackungssektor war mit einer Wertsteigerung von 8 % und einer Steigerung der Tonnage von 4 % Träger der PPV-Konjunktur. Während die Exporte um 3,5 % auf 1,22 Mrd. Euro gesteigert werden konnten, wuchsen die Importe um 10,4 % auf über 1 Mrd. Euro. Die Zahl der Beschäftigten lag mit 9 360 um 0,5 % über jener im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Das Ergebnis zeigt deutlich, dass es der PPV-Industrie trotz guter Auftragslage und Beschäftigung auf hohem Niveau nicht gelungen ist, die Kostensteigerungen, insbesondere bei Rohstoffen, Energie und Transport im notwendigen Ausmaß über die Produktpreise am Markt weiterzugeben. Dies stellte der Obmann des Fachverbandes PPV, Komm.-Rat Mag. Georg Dieter Fischer, in einer ersten Einschätzung des Jahresergebnisses 2007 anlässlich eines Pressegespräches in Wien fest.

Auch die Konjunkturumfrage des Fachverbandes PPV brachte die ambivalente Situation der Papierverarbeitung zum Ausdruck: Die Auftragslage 2007 war bei zwei Drittel der Unternehmen besser als im Vorjahr, bei einem Drittel gleich oder schlechter. Es gab also durchaus unterschiedliche Situationen in den Branchen und Unternehmen, nicht alle konnten an einem Aufschwung teilhaben.

Die Kostensteigerungen bei Rohpapieren und Karton sowie bei Hilfsstoffen, Energie und Transport hingegen haben fast alle Unternehmen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß und zu verschiedenen Zeitpunkten, getroffen. Die Entwicklung der Wertschöpfung zeigt, dass trotz der guten Auftragslage und Umsatzsteigerungen in vielen Unternehmen die Betriebsergebnisse nicht gesteigert werden konnten.

Der geringfügige Beschäftigtenzuwachs von 0,5 % wurde von Betrieben mit Auslastungsspitzen erzielt, in vielen Betrieben wurden Mitarbeiter abgebaut. Die Exporte haben auch 2007 die Dynamik früherer Jahre nicht erreichen können, jedoch angesichts des konsumschwachen Inlandsmarktes die Umsatzentwicklung der Industrie gestützt. Das wird 2008 nur bei Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit gegen den - wie die stark gestiegenen Importe zeigen -internationalen Mitbewerb möglich sein.

Trotz deutlicher Abschwächungssignale bei Mengenentwicklung und Konsumverhalten erwartet die österreichische Papierverarbeitung für 2008 eine Performance, die in etwa der Entwicklung des BNP entspricht und zwischen 2 % und 3 % liegen dürfte. Die PPV-Industrie erwartet auch 2008 weitere Kostenerhöhungen, insbesondere bei Rohstoffen und Energie. Da die bisher angefallenen Kosten nur zum Teil weitergegeben werden konnten, werden weiterhin Preisanpassungen erforderlich sein.

Die Belastungen der Papier-/Kartonindustrie, die neben den Problemen bei Rohstoffversorgung und Energiepolitik nunmehr auch mit den Kosten von CO2-Zertifikaten konfrontiert wird, sind negativ für die gesamte Supply Chain. Aus Sicht der PPV-Industrie ist das kein Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Papierwirtschaft im Standort Österreich und umweltpolitisch kontraproduktiv.

Nicht nur die nachhaltige Nutzung der Rohstoffbasis, sondern auch die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte der Verarbeiter, die höchsten Ansprüchen der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gerecht werdend, sind gefährdet. Angesichts der strukturellen Veränderungen und der gleich bleibend flauen Konjunkturneigung ist ein

Wachstum des Inlandsmarktes ohne Steigerung der Kaufkraft nicht zu erwarten. Konsumbereitschaft ist nicht durch überhöhte Lohnabschlüsse, die zum Preisauftrieb führen, sondern nur durch steuerliche Entlastung der Konsumenten zu erzielen, ist man in der Industrie überzeugt.

Positive Aspekte werden vom zuständigen Fachverband PPV in der Internationalisierung, der Innovations- und Dienstleistungsorientierung und in der nachhaltigen Entwicklung der österreichischen Papierverarbeitung gesehen. (us)

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Mag. Rudolf BERGOLTH
PPV - Fachverband der Papier und Pappe
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