Greenpeace misst Ultrafeinstaub in Graz

Grüne müssen sich bei den Koalitionsverhandlungen durchsetzen

Graz (OTS) - Graz hatte als erste Großstadt Österreichs bereits Mitte Februar den Jahresgrenzwert an Feinstaub belasteten Tagen erreicht, womit das für heuer erlaubte Kontingent auch schon ausgeschöpft ist, so Greenpeace heute in einer Aussendung. Deshalb führen Mitarbeiter der Umweltorganisation in der steirischen Landeshauptstadt heute weitere Messungen durch, wobei sie vor allem auf den von den offiziellen Messstellen nicht erfassten Ultrafeinstaub Wert legen. Dieser dringt aufgrund seiner geringen Größe äußerst tief in die Lungen ein und ist deshalb noch viel gesundheitsgefährdender als der herkömmliche PM10-Feinstaub.

Greenpeace fordert vor allem in der Innenstadt Fahrverbote für besonders die Umwelt belastende Fahrzeuge und übermotorisierte Pkw wie etwa Geländeautos. Auch eine generelle Reduktion des Verkehrsaufkommens, so etwa durch eine Citymaut, würde zu einem deutlichen Rückgang der innerstädtischen Feinstaub-Emissionen beitragen.

"Graz ist nach wie vor die Feinstaub-Hauptstadt Österreichs", betont der Greenpeace-Verkehrsexperte Jurrien Westerhof. Ein guter Teil des Grazer Feinstaub-Problems ist hausgemacht, und offensichtlich haben alle bisherigen Maßnahmen nicht ausgereicht, diese starke Belastung zu reduzieren. "Wir erwarten nun, dass die Grünen bei den Koalitionsverhandlungen ihr Augenmerk auf eine deutliche Reduktion der Feinstaub-Belastung durch entsprechende Maßnahmen im Verkehr legen", so Westerhof.

Für PM10-Feinstaub gibt es einen Grenzwert von 50 µg/m3, der an maximal dreißig Tagen im Jahr überschritten werden darf. Für Ultrafeinstaub PM2.5 und PM1 existieren noch keine Gesetzesvorgaben und somit auch keine Grenzwerte. In den USA dagegen bestehen diese schon: In Kalifornien darf der Jahresschnitt maximal zwölf µg/m3 betragen, und im Rest der Vereinigten Staaten maximal fünfzehn µg/m3. Dazu Greenpeace-Sprecher Westerhof: "Es ist nicht anzunehmen, dass österreichische Lungen mehr Feinstaub aufzunehmen imstande sind als amerikanische, und darum sollten hierzulande zumindest die gleichen Grenzwerte gelten. Vor allem aber sollte man alles daran setzen, dass diese auch eingehalten werden."

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DI Jurrien Westerhof, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-6126701

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