Energiesparlampen im "Konsument"-Härtetest: Licht auf Sparflamme

Der Kaufpreis amortisiert sich in jedem Fall. In der Praxis gibt es kleine Schwächen.

Wien (OTS) - Rund 66 Millionen Glühbirnen sind hierzulande im Einsatz, 8 Millionen davon sind bereits Energiesparlampen: Alleine im Vorjahr gingen 2 Millionen über den Ladentisch. Ein Trend, der ganz im Sinne der EU ist, die ab 2009 Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzen möchte. Aus gutem Grund: Diese senken nicht nur den Stromverbrauch, sondern schonen auch die Umwelt.

Verbraucher müssen für die leuchtenden Sparefrohs deutlich tiefer in die Tasche greifen als für herkömmliche Glühbirnen. Das Testmagazin "Konsument" hat für seine März-Ausgabe überprüft, ob sich die Mehrausgaben auch tatsächlich bezahlt machen. 24 Energiesparlampen haben die Tester unter die Lupe genommen, bewertet wurden die lichttechnischen Eigenschaften, Umweltbelastungen sowie die Herstellerangaben.

Erfreuliches Fazit: "Der höhere Kaufpreis rechnet sich auf jeden Fall: Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt spart sich mit dem Umstieg auf Energiesparlampen rund 63 Euro pro Jahr an Stromkosten", rechnet Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation, vor. Allerdings: "30 Prozent der getesteten Energiesparlampen tauchen den Raum schon vorzeitig in ein dämmriges Licht." Der Griff zu Billigprodukten ist nur bedingt sinnvoll. Im Test entscheiden die Markenprodukte das Rennen ganz klar für sich.

Wo Licht ist, ist aber auch Schatten: "Zu den augenscheinlichen Nachteilen von Energiesparlampen zählen das verzögerte Aufleuchten, die Helligkeitsabnahme bei fortschreitender Brenndauer sowie das leichte Verfälschen von Rottönen", berichtet "Konsument"-Energieexperte Mirko Bernhard und rät: "Für Bereiche, wo aus Komfort- und Sicherheitsgründen möglichst rasch viel Licht gefragt ist, sollte man unbedingt die Herstellerangaben beachten."

Durchleuchtet: 24 Energiesparlampen

24 Energiesparlampen mit Schraubsockeln E 14 und E 27 landeten im Einkaufswagen der Tester. Zentrales Prüfkriterium: Die lichttechnischen Eigenschaften der Lampen, die 70 Prozent des Gesamturteils ausmachten. Dazu zählen etwa Lebensdauer (diese Prüfung läuft derzeit noch), Helligkeitsabnahme nach 2.000 bzw. 10.000 Brennstunden und Schaltfestigkeit. Beim Prüfpunkt Umwelt und Gesundheit bewerteten die Tester den Energieverbrauch, die Quecksilber-Emission sowie die Verpackung. Mit fünf Prozent flossen die Herstellerangaben bezüglich der Eignung für den Außeneinsatz und für den Kurzbetrieb ins Testurteil mit ein.
Falsche Herstellerangaben
Die Vorgaben sind klar: Damit sich die Investiton einer Energiesparlampe lohnt, muss diese nicht nur weniger Strom verbrauchen, sondern auch deutlich länger als 1.000 Brennstunden halten. Zwar ist die Lebensdauerprüfung noch nicht abgeschlossen, eines zeigt sich aber bereits jetzt: Die Herstellerangaben halten nicht immer der Realität stand. Drei Lampen sind bereits vorzeitig aus dem Rennen, darunter "IKEA GSU 111 11W". Dieses Modell ging noch vor der Halbzeit k.o. Abweichungen gibt es aber nicht nur nach unten, sondern auch nach oben: Elf Modelle leuchten zum Teil deutlich länger als angegeben.

Manche Hersteller schummeln auch bei der Watt-Zahl: Diese ist bei den getesteten Modellen von "Isotronic" und "Luxxx" deutlich niedriger als angegeben - nach einem Lampentausch wird es hier merklich dunkler im Raum.

Die dunklen Seiten der Sparefrohs

Ein grundsätzlicher Nachteil der Energiesparlampen ist die Helligkeitsabnahme bei fortschreitender Brenndauer. Selbst "gute" Produkte verloren im Test schon nach 2.000 Stunden bis zu 17 Prozent ihrer Helligkeit, die Reflector-Modelle mit einem Viertel bis einem Drittel sogar noch deutlich mehr. Nach 10.000 Stunden erreichten die Reflector-Lampen "Isotronic R80" und "Megaman Compact Reflector R50" überhaupt nur noch rund die Hälfte ihrer ursprünglichen Helligkeit. Aber auch bei den herkömmlichen Sparlampen waren jene mit weniger als 20 Prozent Helligkeitsverlust in der Minderheit.

Sparlampen unterscheiden sich auch dadurch von Glühlampen, dass sie nach Betätigung des Lichtschalters nicht augenblicklich hell aufleuchten und erst allmählich ihre volle Helligkeit erreichen. Nur ein Drittel reagierte schnell und leuchtete vom Fleck weg. Am längsten benötigte "IKEA Sparsam 7W": nämlich 1,9 Sekunden. Um 80 Prozent der vollen Helligkeit zu erreichen, brauchte das schwedische Modell ganze 112 Sekunden. Negativ beeinflusst wird die Startzeit -und die Helligkeit - auch von den Umgebungstemperaturen. Bei winterlichen Minusgraden brauchen die Lampen entsprechend länger.

Bei den Sparlampen gibt es unterschiedliche Lichtfarben und -spektren: Dem als "kalt" empfundenen Weiß für Büro- und Arbeitsräume (Tageslichtlampe) steht die gemütlichere Lichtfarbe "Warmweiß" für Wohnräume gegenüber. Allerdings: Diese verfälscht die Umgebungsfarben, insbesondere Rottöne, während Tageslichtlampen nahe an die gewohnte, natürliche Farbwiedergabe herankommen. Alle Modelle schneiden in diesem Prüfpunkt nur "durchschnittlich" ab.

Nicht überall geeignet

Die Schaltfestigkeit ist vor allem dort ein wichtiges Kriterium, wo aus Komfort- und Sicherheitsgründen möglichst rasch viel Licht gefragt ist. Nur ein Viertel der getesteten Modelle eignet sich für den Einsatz in WC, Bad oder Stiegenhaus. Bewährt haben sich vor allem "Osram Dulux Superstar Globe 21W" und "Megaman Compact Reflector R50". "Grundsätzlich sollten zwischen Ein- und Ausschalten mindestens zwei Minuten liegen", rät Bernhard.

Sparsam, aber Sondermüll

Der Wechsel auf Energiesparlampen wirkt sich in jedem Fall positiv auf die Stromrechnung aus. Auf 10.000 Brennstunden hochgerechnet können dies bei den "gut" bewerteten Lampen - Basis sind 17,6 Cent pro kWh - zwischen 43 und 156 Euro sein. Etwas magerer ist das Einsparungspotential bei Reflector-Lampen: Hier lässt sich "nur" zwischen 13 und 31 Euro sparen.

Der 10-Jahres-Vergleich anhand eines durchschnittlichen österreichischen Haushaltes zeigt: Energiesparlampen sind in der Anschaffung mit rund 140 Euro zwar fast doppelt so teuer wie herkömmliche Glühlampen. Allerdings: Der durchschnittliche Haushalt spart mit dem Umstieg rund 630 Euro an Stromkosten.

Energiesparlampen sind aber nicht nur gut fürs Geldbörserl, sondern auch für die Umwelt - auch wenn sie sich wegen ihres Quecksilbergehalts auf den ersten Blick eher negativ auf diese auswirken. Bernhard: "Die Strom fressenden Glühlampen haben eine deutlich schlechtere Quecksilberbilanz, da auch bei der Stromerzeugung in kalorischen Kraftwerken Quecksilber freigesetzt wird. Mit einem Umstieg auf Energiesparlampen spart ein österreichischer Haushalt 215 Kilogramm CO2 pro Jahr - hochgerechnet auf ganz Österreich bedeutet das rund 750.000 Tonnen CO2 jährlich."

"Konsument" gibt Kauftipps

Beim Kauf von Energiesparlampen sollten Konsumenten folgende Punkte berücksichtigen:

- Auf Eignung achten. Nicht alle Sparlampen leuchten ohne Verzögerung auf, erreichen schnell ihre volle Helligkeit und vertragen häufiges Ein- und Ausschalten. Für Bereiche wie Bad, WC oder Stiegenhaus das "Konsument"-Testergebnis oder Herstellerangaben beachten.

- Leistungsstärkere Modelle verwenden. Sparlampen haben den großen Vorteil, dass man nicht auf die Watt-Begrenzung der Leuchten achten muss. Da sie vernachlässigbar warm werden, können auch leistungsstärkere Modelle verwendet werden, die mehr Licht geben, aber dabei immer noch eine spürbare Einsparung bringen.

- Lichttöne abstimmen. Sparlampen werden in unterschiedlichen Lichtfarben und -spektren angeboten, vom "kalten" Weiß für Büro- und Arbeitsräume bis zu "(Extra-)Warmweiß" für den Wohnbereich.

- Elektrosmog vermeiden. Die Strahlung der Sparlampen ist nicht höher als bei Haushaltsgeräten und daher nach derzeitigem Wissensstand unbedenklich.

- Richtig entsorgen. Energiesparlampen gehören aufgrund ihres Quecksilbergehaltes in den Sondermüll. Sie werden von den kommunalen Sammelstellen unentgeltlich zurückgenommen. Bei gleichzeitigem Neukauf nimmt auch der Händler die alte Lampe entgegen. Alte Pfandmarken muss der Händler, bei dem die Leuchte gekauft wurde, rückerstatten.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation/
Testmagazin "Konsument"
Mag. Sabine Burghart
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
Email: sburghart@vki.at
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