Kärnten Werbung: Touristiker wollen keine "Wadlbeißerei"

LH Haider, LHStv. Dörfler und Kärnten-Werber Bilgram nahmen Stellung zu Rechnungshof-Rohbericht - Touristiker lobten Kooperation mit Kärnten Werbung

Klagenfurt (LPD) - Rund um den Rohbericht des Rechnungshofes zur Kärnten Werbung hat es viele Vorverurteilungen und politisches Hickhack gegeben. Landeshauptmann Jörg Haider, Tourismusreferent LHStv. Gerhard Dörfler und Kärnten Werbung-Geschäftsführer Werner Bilgram nahmen daher Mittwoch Abend im Casineum Velden ausführlich dazu Stellung. Anwesend waren dabei Touristiker aus allen Regionen Kärntens. Aus dem Saal kam nach den Ausführungen keine einzige Frage mehr zum Rechnungshofbericht. Vielmehr wurde in den Wortmeldungen die gute Zusammenarbeit mit der Kärnten Werbung betont. Auch strichen einige hervor, dass man keine "Wadlbeißerei" mehr wolle.

Der Landeshauptmann sagte, dass der Rohbericht des Rechnungshofes in der Öffentlichkeit wie der Endbericht behandelt worden sei. Es habe aus der Politik und von einzelnen Journalisten viel "heiße Luft" gegeben, die das Klima vergifte. "Wir wollen aber auf keine Schlammschlacht eingehen", stellte Haider klar. Daher stelle er sich dem kritischen Publikum aus den Regionen und wolle alle Fragen sachlich und fachlich beantworten, sagte er vor der Podiumsdiskussion. Haider betonte auch, dass dem Rechnungshofbericht in allen Punkten Rechnung getragen werde.

Tourismusreferent Dörfler sagte, dass im heimischen Tourismus die Zusammenarbeit und der Interessensaustausch bestens funktionieren. Leider verstehe man es in Kärnten immer, Gutes schlecht zu machen. Rund um den Rechnungshofbericht habe man einen Skandaltourismus herbeidiskutieren wollen. Aber, es sei kein Skandal im Bericht gefunden worden. Dörfler übte auch Kritik an einigen Medien, da über Positives, wie z.B. den erfolgreichen Wintertourismus, nicht berichtet werde. Bei den Kärntner Touristikern und Regionsverantwortlichen bedankte er sich für ihr Engagement.

Am Podium im Casineum saßen auch drei Kärntner Touristiker. "Windelwirt" Siggi Neuschitzer kritisierte, dass die Kärnten Werbung in der öffentlichen Diskussion "kriminalisiert" worden sei. Als "Insider" strich er hervor, dass die Kärnten Werbung z.B. beim Thema "Familie und Kärnten" und mit dem Alpincenter Bottrop am richtigen Weg sei. Barbara Hofstätter-Klauß vom Hotel Kürschner in Kötschach-Mauthen sagte, dass sie sehr froh über die Kooperation mit der Kärnten Werbung sei, vor allem bei den Initiativen am italienischen Markt. "Wir haben einen wichtigen Sommer vor uns und sollten nicht hier drin streiten, sondern draußen arbeiten", appellierte sie. Günther Novak legt mit der Strafinger Tourismuswerkstatt seine Schwerpunkte auf den wachsenden Rad- und Golftourismus in Kärnten. Viele der erfolgreichen Projekte hätte man ohne die Kärnten Werbung nicht umsetzen können, betonte er. So produziere der Radtourismus mittlerweile 35.000 Nächtigungen, auch kleine Betriebe an den Radwegen würden davon profitieren.

Haider, Dörfler und Bilgram gingen in der von Mike Diwald moderierten Veranstaltung ausführlich auf die einzelnen öffentlichen Kritikpunkte ein. Zur Kritik an den Fußballtrainingslagern erklärte Haider, dass die Provisionen an Vermittlungsagenturen notwendige Anfangsinvestitionen gewesen seien. Man wolle hier nämlich einen neuen Markt aufbauen. Gutachter hätten außerdem festgestellt, dass Kärnten mit seinen Provisionen unter dem Durchschnitt liege. Provisionen seien zudem nur 2006 geflossen, 2007 seien die Mannschaften nach Kärnten gekommen, "weil sie gute Erfahrungen mit uns hatten". Wegen der Kärnten-Begeisterung von "Sparta Prag" komme nun auch die tschechische Nationalmannschaft zum Nulltarif nach Kärnten.

Zu den privaten Käufen mit Kärnten Werbung-Kreditkarten sagte Bilgram, dass der Kärnten Werbung und dem Steuerzahler kein einziger Cent an Schaden entstanden sei. Das Geld habe man mit Zins und Zinseszinsen zurückbekommen.

Zum Alpincenter Bottrop sagte Bilgram, dass man hier die strategisch beste Schihalle gewählt habe. Über 15 Mio. Menschen aus Nordrhein-Westfalen und Holland würden im Einzugsgebiet leben. Die Kärnten Werbung investiere hier auf drei Jahre 900.000 Euro, hauptsächlich in Marketingaktivitäten und Werbung für das Ganzjahresurlaubsland Kärnten. So sei auch eine Kooperation mit Van der Falk, der größten holländischen Hotelkette, entstanden. Bilgram betonte, dass der Rechnungshof keine Silbe an Kritik über die Bottrop-Initiative geäußert habe.

Zum Kärntenabend im Wiener "Ronacher" sagte Haider, dass die Standortveranstaltung nicht von der Kärnten Werbung, sondern vom Land Kärnten bezahlt worden sei. Es sei auch keine Parteiveranstaltung gewesen.

Rund um die HeimatHerbst-Veranstaltungen laufe die Finanzierung zu 100 Prozent über die Landeskulturabteilung, sagte Haider. Von der Kärnten Werbung sei kein einziger Cent in HeimatHerbst-Veranstaltungen geflossen. Bilgram erklärte, dass sich die Kärnten Werbung an das HeimatHerbst-Thema "rangehängt" habe und lediglich Marketingaktivitäten zur Saisonverlängerung außerhalb Kärntens setze.

Der Lehrlingswettbewerb LION ist laut Haider aus steuerlichen Gründen über die Kärnten Werbung gelaufen, was auch von der Landesfinanzabteilung empfohlen worden sei. Dörfler sagte, dass der LION jetzt nicht mehr über die Kärnten Werbung abgewickelt werde. Zur Kritik an über die Kärnten Werbung finanzierten Möbeln für Banda Aceh sagte Haider, dass diese Möbel von Schülern der HTL Villach im Rahmen des LION hergestellt wurden.

Zur Dubai-Initiative erklärte Haider, dass man hier gemeinsam mit der Österreich Werbung, Wien, Tirol und Salzburg agiert habe. Auch die Entwicklungsagentur (EAK) habe dort Standortwerbung betrieben. Bilgram stellte richtig, dass die Kärnten Werbung kein Go Kart-Rennen in Dubai veranstaltet, sondern ein bestehendes Rennen für die Marketingaktivitäten genutzt habe. Die Kärnten-Nächtigungen arabischer Gäste haben sich laut Bilgram seit der Initiative verachtfacht.

Bilgram betonte auch, dass der Kärntner Patrick Friesacher von der Kärnten Werbung nicht in der Formel Eins finanziert wurde. Mit Friesacher habe es lediglich in der Formel 3000 eine Marketing-Kooperation in Höhe von 100.000 Euro gegeben. Wie Haider ausführte, sei Friesacher in der Formel Eins von drei außerhalb Kärntens ansässigen Unternehmern gesponsert worden.

Zum Vertrag Bilgrams sagte Haider, dass dieser unbefristet sei. Vom Rechnungshof sei auch die Höhe des Gehalts nicht kritisiert worden.

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