Verbesserungen bei der Kinderbetreuung, aber: Eltern vor allem mit der Tarifgestaltung unzufrieden

Linz (OTS) - Die gestern präsentierte Bilanz - ein halbes Jahr
nach Inkrafttreten des neuen Kinderbetreuungsgesetzes - bestätigt in weiten Teilen, was auch der AK-Kinderbetreuungsatlas bereits gezeigt hat: Beim Angebot und bei den Öffnungszeiten tut sich was, bis zu einer bedarfsgerechten, flächendeckenden und leistbaren Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Positiv bewertet AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer, dass für Familien mit mehreren Kindern die Abschläge erhöht werden sollen. Statt bis zu 20 Prozent Abschlag für das zweite Kind soll es künftig bis zu 50 Prozent geben, für das dritte Kind soll der Kindergartenbesuch überhaupt gratis sein. "Den Gemeinden solche Abschläge zu erlauben, ist allerdings zu wenig. Das muss schon eine verpflichtende Bestimmung sein", fordert Kalliauer. Erfreulich sei auch, dass der bisherige Zuschlag für Randzeiten bei den Öffnungszeiten ersatzlos gestrichen werden soll.

Änderungsbedarf gibt es nach wie vor bei den Tarifen. Hunderte Eltern haben sich in den letzten Monaten um Hilfe an die AK
gewandt. Die häufigsten Probleme: Gemeinden und Einrichtungsträger verrechnen teilweise Aufschläge von 15 bzw. 33 Prozent auf den Halbtagstarif, obwohl die Betreuungszeiten unter 30 bzw. 40 Wochenstunden liegen.

Manche Gemeinden ziehen für die Berechnung der Elterntarife das Vorjahreseinkommen heran und weigern sich, Änderungen im laufenden Jahr zu berücksichtigen. Konkreter Fall: Eine Mutter bekommt ein weiteres Kind und hat statt 1000 Euro Gehalt nur mehr 436 Euro Kinderbetreuungsgeld. Der Kindergartentarif bleibt gleich.

Viele Eltern beschweren sich auch über eingeschränkte Möglichkeiten des Kindergartenbesuchs nur an einzelnen Nachmittagen, was nun mancherorts nur bei Bezahlung des Ganztagestarifs möglich ist.

Eltern mit mittlerem Einkommen sind mit Beitragserhöhungen von 50 Prozent und mehr konfrontiert. Bei Ganztagsbetreuung kommt es bereits ab einem Brutto-Familieneinkommen von 2200 Euro zu Verteuerungen im Vergleich zum früheren Durchschnittstarif. Das trifft vor allem die unselbständig Beschäftigten, da bei ihnen das gesamte Brutto-Einkommen als Berechnungsgrundlage für die Kindergartentarife herangezogen wird. Bei Bauern und Selbständigen sind es nur 75 Prozent.

Die AK fordert daher: Verteuerungen für Familien bis zum Durchschnittseinkommen müssen zurückgenommen werden, etwa durch einen Familienabsetzbetrag in Höhe von 1000 Euro. Außerdem braucht es verbindliche Verrechnungsvorgaben, nach denen der Ganztagestarif erst ab 40 Betreuungsstunden angewendet werden darf und bei denen Einkommensreduzierungen berücksichtigt werden müssen.

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