In-Vitro-Fertilisation: Unterstützung von Paaren mit Kinderwunsch in Gefahr

Vertragsinstitute kritisieren Hauptverband der Sozialversicherungsträger - "Ohne Tarifanpassung sehen wir uns gezwungen, die Verträge auszusetzen"

Wien (PWK139) - Die IVF-Institute in Österreich helfen kinderlosen Paaren, durch medizinisch unterstützte Fortpflanzung ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Dazu gibt es Verträge mit dem beim Gesundheitsministerium im Jahr 2000 eingerichteten IVF-Fonds, der bis zu 70 Prozent der Behandlungskosten übernimmt. Finanziert wird dieser Fonds zur Hälfte aus Mitteln der Sozialversicherungsträger und aus dem Familienlastenausgleichsfonds. Obwohl seit sieben Jahren diese Behandlungstarife nicht der jährlichen Inflationsrate angepasst wurden, lehnt der Hauptverband als Verhandlungsführer seit über einem Jahr jedwede Verhandlungen über Tarifanpassungen ab.

"Mit den jetzt gültigen Tarifen ist es den IVF-Instituten nicht mehr möglich, kostendeckend zu agieren. Durch die Anwendung neuer Technologien und verbesserter Materialien ist die Qualität der Behandlung besser geworden, doch sind auch die Kosten der Behandlung teurer geworden" erklären Prof. Herbert Zech und Prim. Georg Freude, Sprecher der IVF-Institute im Fachverband der privaten Krankenanstalten in der Wirtschaftskammer Österreich.

"Seit 2004 ist es allein bei den IVF-Materialien zu einer Preissteigerung von ca. 20 Prozent gekommen. Seitens der Institute wird lediglich eine Indexanpassung gefordert, doch auch diese wird vom Hauptverband verweigert, bedauert Zech. "Wenn es hier zu keiner baldigen Einigung kommt, sehen sich die Institute gezwungen die Verträge auszusetzen. Dann könnte vielen Paaren der Kinderwunsch nicht mehr erfüllt werden."

"Es ist unverständlich, dass in Zeiten in denen die Geburtenrate immer weiter zurückgeht, die Sozialversicherungen nicht bereit sind, in die Erfüllung des Kinderwunsches von Paaren zu investieren" so Freude. "Wir appellieren daher an alle verantwortlichen Funktionäre in den Sozialversicherungen, sich dafür einzusetzen, dass die Unterstützung kinderloser Paare über den Fonds auch weiterhin möglich ist."

Derzeit gibt es in Österreich 16 private IVF-Vertragsinstitute (IVF = In-Vitro-Fertilisation). Der IVF-Fonds wurde im Jahr 2000 durch IVF-Fonds-Gesetz (BGBl. 180/1999) eingerichtet, um Paaren mit Kinderwunsch eine finanzielle Unterstützung bei der medizinisch unterstützten Fortpflanzung zu gewähren. Dadurch konnten bisher rund 30.000 Versuche durchgeführt und rund 8.000 Schwangerschaften herbeigeführt werden. Mit einer Erfolgsquote von derzeit über 30 Prozent liegt Österreich international gesehen im obersten Drittel. (hp)

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