Bures legt Ergebnis der MitarbeiterInnenbefragung im Bundesdienst vor

MitarbeiterInnen überwiegend mit ihrer Arbeit zufrieden - Unzufriedenheit mit Einstiegsgehältern

Wien (OTS) - Beamtenministerin Doris Bures legte heute dem Ministerrat die Auswertungsergebnisse der von ihr im Jahr 2007 veranlassten BundesmitarbeiterInnenbefragung vor. Zentrales Ergebnis:
Mit ihrer Arbeit sind die MitarbeiterInnen zu einem überwiegenden Teil zufrieden oder sehr zufrieden (79,9 Prozent). Frauen zeigen in den Fragen zur Arbeitszufriedenheit eine durchwegs höhere Zustimmung als Männer (Männer 78,2 Prozent, Frauen 83,5 Prozent). "Die große Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundes ist hochmotiviert, stolz auf ihren Arbeitgeber und zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz. Das ist die beste Basis für einen leistungsstarken, serviceorientierten und modernen Dienst an der Bürgerin und am Bürger", so Bures, die sich bei allen teilnehmenden MitarbeiterInnen bedankt. Die MitarbeiterInnenbefragung lief im Oktober und November 2007 durch die Statistik Austria, 19.717 MitarbeiterInnen (14 Prozent) machten vom Fragebogen Gebrauch. 1999 war die Beteiligung bei 10 Prozent gelegen.

Eine Gruppe von Unzufriedenen kristallisiert sich allerdings bei der Einkommenszufriedenheit heraus: Die Zufriedenheit mit dem Einkommen ist bei der Altersgruppe der 30 bis 39-Jährigen (34,5 Prozent zufrieden, 39 Prozent unzufrieden) am geringsten, bei der Gruppe der über 50-Jährigen (48,9 Prozent zufrieden, 26,3 Prozent unzufrieden) am höchsten. Dieses Ergebnis werde auch eine Grundlage für die Arbeit am neuen Besoldungsschema sein, erläutert Bures. Das aktuelle Besoldungssystem mit sehr niedrigen Einstiegsgehältern und sehr hohen Gehältern knapp vor der Pensionierung sei veraltet und stelle für den Bund einen Wettbewerbsnachteil dar. Höhere Einstiegsgehälter bei einem flacheren Anstieg der Lebensverdienstkurve seien notwendig. "Wenn wir die besten Köpfe wollen, müssen wir auch eine faire Entlohnung bieten", so Bures.

Neu in den Fragenkatalog aufgenommen hatte Bures die Bereiche Karriereförderung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Vereinbarkeit von Arbeit im Bundesdienst und Familie wird von fast zwei Drittel (62,3 Prozent) der Befragten als positiv gesehen. Bei der Planung von Weiterbildung wird den Befragten zufolge allerdings nur bei rund einem Viertel (25,8 Prozent) auf die Vereinbarkeit mit familiären Verpflichtungen Rücksicht genommen.

Gegen eine Karenz zur Kinderbetreuung sprechen sowohl für Männer als auch für Frauen vor allem finanzielle Gründe. 59 Prozent (Frauen 48,2 Prozent, Männer 60,5 Prozent), die Karenz nicht bzw. eher nicht in Anspruch nehmen würden, gaben an, dass sie "sich das finanziell nicht leisten könnten".

Ein weiteres Ergebnis der MitarbeiterInnenbefragung: Rund ein Viertel fühlt sich über Aufstiegsmöglichkeiten schlecht informiert (24,2 Prozent). Besonders Frauen (28,7 Prozent) und Teilzeitkräfte (29,1 Prozent) geben an, über wenige Informationen über Aufstiegsmöglichkeiten zu verfügen. Nur ein sehr geringer Teil (13,5 Prozent) wird von den Vorgesetzten motiviert, höhere Positionen anzustreben.

Als Konsequenz aus der MitarbeiterInnenbefragung nennt Bures folgende Maßnahmen:

Um die Arbeitszufriedenheit weiter zu verbessern, sollen MitarbeiterInnengespräche vermehrt stattfinden und die Vorgesetzten verstärkt geschult werden.

Die Ergebnisse der MitarbeiterInnenbefragung zum Thema Einkommenszufriedenheit sollen eine Grundlage für die Erarbeitung eines neuen Besoldungssystems sein.

Zur besseren Karriereförderung sollen Förderkonzepte ausgearbeitet und Personalentwicklungsmaßnahmen verstärkt werden. Neben den bestehenden Schulungen und Kursen soll künftig verstärkt Job-Rotation innerhalb und außerhalb des Bundesdienstes zum Einsatz kommen. Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten sollen künftig vermehrt bekannt gemacht werden - auf Ressortebene ebenso wie über die Jobbörse des Bundes.

Zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie soll künftig bei der Organisation der Weiterbildung besser auf die familiären Bedürfnisse Rücksicht genommen werden. Männliche Mitarbeiter sollen außerdem verstärkt über die Möglichkeit der Elternkarenz informiert werden.

Bures appelliert außerdem an die Ressortverantwortlichen, ressortspezifische Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen der MitarbeiterInnenbefragung zu ziehen und entsprechende Maßnahmen zu setzen.

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Susanna Enk
Pressesprecherin der Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst
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