Ärztekammer: Rechnungshofbericht basiert auf falschem Grundansatz

"Vergleich Wien - Oberösterreich an den Haaren herbeigezogen" - Dorner erwartet von der Regierung fundierte Analyse

Wien (OTS) - "Der Vergleich Wien - Oberösterreich ist bereits vom Grundansatz her gänzlich falsch", bezieht Ärztekammerpräsident Walter Dorner erneut eindeutige Position zum kürzlich veröffentlichten Rechnungshofbericht sowie zur aktuellen Diskussion rund um die Finanzmisere der Gebietskrankenkassen. Eine Gegenüberstellung sei nur logisch, wenn sie auf Stadtebene passiere, "also zwischen Wien und beispielsweise Linz", so Dorner. ****

Der Ärztechef verweist auf die große diesbezügliche Verantwortung des Rechnungshofpräsidenten: "Von einem Bericht aus seinem Haus erwarte ich mir eine fundierte Analyse, aber keine Verunsicherung der Bevölkerung und schon gar nicht einen an den Haaren herbeigezogenen Vergleich."

Wien sei eben kein Bundesland wie Oberösterreich, das zusätzlich zur Landeshauptstadt über ein ländliches Umfeld verfüge. "Es heißt ja nicht umsonst: Wien ist anders", so Dorner. Das Wiener Gesundheitswesen müsse daher unter gänzlich anderen Gesichtspunkten betrachtet werden als das oberösterreichische. Hier einfach Wien mit Oberösterreich zu vergleichen, "nur weil es sich zufällig um zwei Bundesländer handelt", zeuge nicht von Weitblick.

Auch die Ärztedichte könne man Wien "nicht zum Vorwurf machen". Es sei international üblich, dass in der Stadt mehr Fachärzte und weniger Allgemeinmediziner niedergelassen seien. "Am Land verhält es sich halt umgekehrt."

Oberösterreicher unzufrieden mit der Facharztdichte

Auch dürfe man nicht einfach unter den Tisch fallen lassen, dass viele Oberösterreicher mit der fachärztlichen Versorgungsdichte im niedergelassenen Bereich nicht zufrieden seien. "Und es gibt den Ruf von Landespolitikern nach mehr Fachärzten - Aber Hauptsache, der Rechnungshof drückt uns Wienern Oberösterreich als Vorbild auf", zeigt sich Dorner "mehr als verärgert".

Er, Dorner, würde RH-Präsident Josef Moser empfehlen, einmal an einem Freitagnachmittag die Ordination eines Allgemeinmediziners mit WGKK-Vertrag in Wien aufzusuchen, "damit er einmal sieht, wie es dort zugeht: Die Wartezimmer sind voll, weil die Menschen die Hilfe ihres Hausarztes benötigen. Keine Spur also von zu vielen Kassenplanstellen".

Dorners Resümee zum Rechnungshofbericht: "Es mangelt gravierend an ernst zu nehmenden Erkenntnissen. Insbesondere geht mir eine Gesamtbetrachtung der jeweiligen Gesundheitssysteme sowie die Einbeziehung medizinischer Richtlinien nach State of the Art ab." (kp)

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