Neues Volksblatt: "Jämmerlich" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 27. Februar 2008

Linz (OTS) - Einige Zeit war der Eindruck nicht von der Hand zu weisen, dass die SPÖ mit ihrer forschen Gangart die ÖVP ziemlich in die Defensive gedrängt hat. Zuerst die Haidinger-Affäre und das langwierige Anpirschen der SPÖ an einen Untersuchungsausschuss, dann Gusenbauers Schweideweg-Ansage mit der vorgezogenen Steuerreform: da glaubte jemand, mächtig Druck erzeugt zu haben.
Doch letztlich steht der am meisten unter Druck, dem das Ganze helfen sollte - nämlich der SPÖ-Vorsitzen de. Selbst wenn nur die Hälfte der Gerüchte stimmt, die vom Unmut der SPÖ mit ihrem Kanzler handeln, hat Alfred Gusenbauer ein mächtiges innerparteiliches Problem. Doch für den Kanzler mit den schlechtesten Umfragewerten seit Jahrzehnten hat sich durch den vermeintlichen Befreiungsschlag nichts verbessert: denn nun steht er unter dem Druck, das Angekündigte auch durchzuziehen. Der Weg zum Kompromiss steht ihm nicht mehr offen, weil das in der öffentlichen Darstellung bloß ein neuer Umfaller wäre. Nachdem aber die roten Ländergranden so dicht hinter ihm stehen, kann Gusenbauer nur mehr nach vorne stolpern. Für einen selbst ernannten Volkskanzler ein jämmerliches Schauspiel.

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