Zwerschitz: 114.000 von Armut bedrohte Kinder und Jugendliche in Österreich kein Grund zum Jubeln

Armutsgefährdete Kinder werden öfter krank und sind sozial ausgegrenzt

Wien (OTS) - "114.000 von Armut bedrohte Kinder und Jugendliche in Österreich sind wahrlich kein Grund zum Jubeln," erklärt die Jugendsprecherin der Grünen, Barbara Zwerschitz, zum gestern präsentierten Sozialschutz-Bericht der EU-Kommission. "Statt sich erfreut über den Bericht zu zeigen, sollte Staatssekretärin Marek gemeinsam mit ihren KollegInnen aus der MinisterInnenriege diesen zum Anlass nehmen, sofort ein Maßnahmenpaket zu schnüren, um den betroffenen Kindern bzw. Familien zu helfen. Denn jedes einzelne in Armut lebende Kind ist für Österreich beschämend", so Zwerschitz.

Längst sei nachgewiesen, dass Armutsgefährdung Krankheiten hervorruft und sozial ausgrenzt. "In Österreich gibt es feuchte oder schimmlige Wohnungen ebenso noch wie Heizprobleme. Das soziale Netz greift bei weitem nicht immer, besonders auch bei den DurchschnittsverdienerInnen", erläutert Zwerschitz und weiter: "Am Land fehlen nach wie vor Kinderbetreuungsplätze für kleinere Kinder und in ausreichender Qualität. Aber gleichzeitig sollen Eltern zum zweiten Geburtstag des Kindes in den Beruf zurückkehren und am flexiblen Arbeitsmarkt bestehen, der sich nicht an die Öffnungszeiten der Schulen und Kindergärten hält. Dabei wird durch die Erwerbstätigkeit der Mutter das Armutsrisiko bei Haushalten mit drei Kindern von 27 auf 13 Prozent gesenkt".

"Die schlimmste Auswirkung für Kinder aber ist die Vererbbarkeit der Armut", erklärt Zwerschitz. Während 74,3 Prozent der Kinder aus beruflich hochqualifiziertem Elternhaus in höhere Schulen gehen, sind es bei Kindern aus Haushalten von Hilfsarbeitern nur 24,8 Prozent (Quelle Johann Bacher 2003). "Die in regelmäßigen Abständen angekündigten Vorhaben der zuständigen PolitikerInnen, die Lage dieser Kinder und Jugendlichen zu verbessern, verlaufen wie fast alles in dieser Regierung im Sand", schließt Zwerschitz.

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