Kein öffentliches Bildungsangebot in manchen nö. Regionen

AKNÖ hat Schulgebühren von Privatschulen erhoben

Wien (AKNÖ) - Die Frist für die Schuleinschreibungen in NÖ läuft. Auch im heurigen Schuljahr werden etwa 8 Prozent der Schüler in Privatschulen angemeldet. In den höheren Schulen sind es mehr als 20 Prozent. Viele Eltern hoffen auf eine bessere Ausbildung in den teilweise teuren Privatschulen. Tausende Kinder und Eltern haben aber oft keine Wahl: In ihren Regionen gibt es nicht genug öffentliche höhere Schulen.

980 Euro kostet das durchschnittliche Schulgeld an höheren Privatschulen in NÖ. Die Preisschwankungen sind enorm. Bei HTLs etwa zahlt man mehr, bis zu 1.600 Euro. Dort schlagen hohe Kosten für Labors und Ausrüstung zu Buche. Insgesamt zahlen Eltern in NÖ 10,9 Millionen Euro an Schulgeld für höhere und mittlere Schulen pro Jahr. Private Volks- und Hauptschulen sind nicht mitgerechnet. Oft kommen zum Schulgeld zusätzliche Kosten wie für Wandertage, Exkursionen, für Materialien oder Computerbenützung. "Viele Eltern erhoffen sich eine bessere Ausbildung als in öffentlichen Schulen, für die aber wissenschaftliche Belege fehlen", sagt AKNÖ-Bildungsexperte Günter Kastner. Er rät, sich vor Schulbeginn genau zu informieren, um Überraschungen zu vermeiden: "Einmalige Einschreibgebühren sind beinahe die Regel" sagt Kastner.

Bezirk Melk ohne öffentliche höhere Schulen

In manchen Regionen ist die Entscheidung vorgegeben. Im Bezirk Melk etwa gibt es keine einzige öffentliche höhere Schule. Die Kinder müssen lange Schulwege in andere Bezirke auf sich nehmen - oder auf eine Privatschule im Bezirk gehen. Meist entscheiden sich die Eltern für die zweite Variante. Mehr als 2.000 Schüler im Bezirk besuchen Privatschulen. "Da haben die Betroffenen oft keine Wahl, als zu zahlen", kritisiert AKNÖ-Präsident Josef Staudinger. Das Mostviertel ist generell unterversorgt mit öffentlichen Schulen: Jeder dritte Oberstufenschüler geht dort an eine Privatschule. Im Zentralraum ist es nicht einmal jeder fünfte.

Staudinger: Öffentliche Bildungsangebote ausbauen

"Diese Erhebungen zeigen, dass es in einigen Regionen zu wenig öffentliche Ausbildungsmöglichkeiten gibt", sagt Staudinger. "Dort muss der Zugang zu öffentlicher Bildung sicher gestellt werden". Die derzeitige Situation schließt Kinder aus sozial benachteiligten Haushalten in vielen Fällen von vornherein von höherer Bildung aus. Auch die Fördermöglichkeiten müssten ausgebaut werden, fordert Staudinger. Staatliche Schulbeihilfe gibt es ab der 10. Schulstufe, die NÖ Schülerbeihilfe für die 5. bis zur 9. Schulstufe. "Die Einkommensgrenzen für die Förderungen sind aber viel zu niedrig und sollten angehoben werden", fordert Staudinger.

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