Schmied: Bildungspolitik ist Schlüssel für Gesellschaftspolitik

Kritik an ÖVP - Sieht Bildungsthema rein ideologisch

Wien (SK) - Bildungsministerin Claudia Schmied referierte am Montagabend zum Thema "Bildung" bei der Jahreshauptversammlung der SPÖ-Liesing. Die Bildungspolitik sei "der Schlüssel" einer guten Gesellschaftspolitik und "zentrales Feld der Sozialdemokratie". "Wir müssen alles dafür tun, dass unsere Kinder eine gute Bildung bekommen; ein gutes Fundament an Allgemeinbildung ist wichtig und wesentlich", so Schmied. Schmied zeigte sich erfreut über die Nachfrage an Plätzen in der Neuen Mittelschule(NMS) und betonte die Wichtigkeit der Senkung der Klassenschülerzahlen. Schwierig seien die Verhandlungen mit der ÖVP bei allen Neuerungen in der Bildungspolitik, kritisierte die Ministerin. ****

Seit sie das Amt der Bildungsministerin angetreten haben, werde ihr "immer wieder bewusst, dass das, was wir in frühen Jahren in der Familie nicht schaffen, später in der Schule nur schwer aufzuholen ist". "Sechs Prozent der 14-15 Jährigen haben wir nicht mehr im System, weder in der Schule noch in einer Ausbildung", außerdem seien in Österreich 60 Prozent so genannte Risikoschüler, Schüler mit starken schulischen Defiziten. Diese Zahlen seien erschreckend, da "eine Gruppe entsteht, die keine Chancen mehr sehen und haben". Nicht nur aus sozialdemokratischer Sicht seien solche Fakten "nicht hinnehmbar", betonte die Bildungsministerin. Dennoch gerade die Sozialdemokraten würden für "das große Ziel - Bildungschancen für alle" eintreten und kämpfen.

Nicht nach Schwächen suchen, Begabungen fördern!

Das "erfolgreich gestartete Projekt" der kleineren Klassen ermögliche "besseren Unterricht, mehr Zuwendung von Seiten der Lehrer und ein besseres Eingehen auf die einzelnen Begabungen der Schüler", erklärte Schmied. Trotz positiver Schritte in der Bildungspolitik brauche es einen Paradigmenwechsel. "Wir beschäftigen uns zu oft mit Schwächen und suchen zu wenig nach Talenten und Begabungen", so Schmied. Jeder habe etwas, das er besonders gut könne und gerne mache, "das Schulsystem sollte sich genau darum bemühen". An den Schulen herrsche leider noch zu oft eine andere Einstellung. Dazu gehöre aber auch, dass man am Image der Lehrer arbeite, das in Österreich nicht gut ist, denn "nur wer positiv eingestellt ist, kann Positives vollbringen".

Flächendeckende Umstellung auf NMS scheiterte am ÖVP-Nein

Manchmal habe sie das Gefühl, das Bildungsthema sei "bei der ÖVP ein rein ideologisches, durchdrungen von Standesdünkeln". Nach zermürbenden Verhandlungen mit der ÖVP, sei es im letzten Jahr "endlich geglückt, Rechtssicherheit und Bestandsgarantie für die neue Mittelschule zu bekommen", zeigte sich Schmied erfreut. Durch das Nein der ÖVP sei zwar eine "flächendeckende Umstellung auf das neue System nicht geglückt", dennoch bestätige sich der Kurs durch die große Nachfrage, "die größer ist als das Angebot". Sie werde aber überlegen und mit den Landesschulräten diskutieren, ob man nicht noch aufstocken könne, betonte Schmied. (Schluss) ar

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