AK warnt vor dubiosen Werbeveranstaltungen

Absender der Einladungen sind Postfach-, Fantasiefirmen oder gänzlich unbekannte Unternehmen

Wien (OTS) - Hände weg von Werbeveranstaltungen, warnt die AK. Die Tricks ziehen noch immer. Aber: In letzter Zeit müssen bekannte Firmen mit ihren Namen dafür herhalten, etwa die Post, Lotterien oder große österreichische Reiseveranstalter. Der neueste Trick: Gratis Einladung zu einem Tagesausflug. Der Konsument hätte es bei einem großen Gewinnspiel mit seiner Rundfunkanmeldung bis in die Endrunde geschafft und einen Hauptpreis gewonnen. "Die Einladungen sind irreführend", sagt AK Expertin Ulrike Ginner, "es handelt sich um Postfachfirmen oder Fantasienamen, meist steht aber auch gar kein Absender mehr drauf."

"Die Werbeveranstaltungen boomen derzeit wieder", sagt Ginner. Gratis Einladungen zu Tagesausflügen, Einladungen zu einem gemütlichen Essen in ein Gasthaus - und das garniert mit Gewinnversprechen.

Aktuell sind auch Veranstaltungen mit angeblichen Rubbellosgewinnen mit dem Hinweis, dass Gewinne der Lotteriegesellschaften bis zu 800.000 Euro staatlich garantiert sind. Angelockt durch einen derartigen Gewinn muss sich der Konsument vor dem versprochenen Festessen einer mehrstündigen Produktpräsentation unterziehen. "Das wird als einmalige Sonderveranstaltung bezeichnet und steht natürlich im Kleingedruckten", sagt Ginner. Und immer wieder werden überteuerte Waren wie Matratzen oder Geschirr angeboten, aber auch Gesundheitsprodukte, deren Wirkung wissenschaftlich nicht erwiesen ist - obwohl es bei diesen Veranstaltungen verboten ist, sie zu verkaufen. Die Verkäufer sind sehr gut geschult und nutzen die Situation der Anwesenden aus. Ist dann das Produkt zB fehlerhaft, hat der Konsument das Nachsehen. Da er das Unternehmen nicht kennt, kann er keine Gewährleistungsansprüche geltend machen. Er kann auch nicht vom Vertrag zurücktreten. Und das auf den Einladungen vermerkte Pf 555, 1008 Wien bedeutet lediglich, dass von der Post nicht zustellbare Schriftstücke dem Absender nicht wieder retourniert werden, sondern im allgemeinen "Postmistkübel" entsorgt werden.

Lichtblick bringt die demnächst in Kraft tretende Gewerbeordnungsnovelle. Dann müssen Werbeveranstaltungen der zuständigen Gewerbebehörde sechs Wochen vor dem Veranstaltungstermin gemeldet werden. Dazu müssen wesentliche Informationen bekannt gegeben werden wie Name und ladungsfähige Anschrift des Unternehmens. Einladungen an KonsumentInnen dürfen künftig nicht mehr mit Textpassagen beworben werden, wo es um zB unentgeltliche Zugaben wie Reisegutscheine oder Geschenke geht. Aber auch Preisausschreiben in Einladungen sind nicht mehr zulässig. Außerdem müssen in der Einladung Auskünfte über die angebotenen Waren und Dienstleistungen enthalten sein sowie Name, ladungsfähige Anschrift des Unternehmens und Ort der Veranstaltung. Und der Konsument muss auch darüber informiert werden, dass bei dieser Veranstaltung Waren weder verkauft noch bestellt werden dürfen. So weiß der Konsument sofort, was auf ihn zukommt. Bei Verstößen drohen Verwaltungsstrafen, darüber hinaus kann die Werbeveranstaltung untersagt werden.

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