"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Das machen eh alle ..."

Es ist leicht vorstellbar, dass die Vorwürfe stimmen. Das ist besonders schlimm.

Wien (OTS) - Die Vorwürfe des Herrn Haidinger an sich sind schlimm genug. Noch schlimmer ist, dass es so leicht vorstellbar ist, dass sie tatsächlich stimmen.
Ermittlungspannen in einem unglaublichen Kriminalfall werden angeblich vertuscht, um den Wahlkampf nicht zu stören. Untersuchungsergebnisse und Akten in einem Wirtschaftskrimi sollen -so heißt es - direkt an Minister(büros) oder Parlamentsklubs weitergeleitet werden, um Wahlkampfmunition gegen den politischen Gegner zu haben. Und so nebenbei bleiben mutmaßliche Alkoholunfälle folgenlos. Ganz ehrlich: Wer bezweifelt, dass so etwas im Staate Österreich vorkommen kann?
Vorschriften nicht auf Punkt und Beistrich befolgen, Beziehungen ausnützen - das ist hierzulande nichts Besonderes und muss auch gar nicht verwerflich sein. Doch alles hat seine Grenzen: An so sensiblen Stellen wie dem Innenministerium hat die lockere "österreichische Art" nichts zu suchen.
Was wäre, wenn ich selbst betroffen wäre - als Opfer, Geschädigter oder Unfallgegner? Diese Frage sollten sich alle stellen, die meinen, dass das "eh immer alle machen" - die SPÖ genauso wie die ÖVP und die anderen Parteien. Empörung ist angebracht, nicht Verständnis. Sonst erfolgt die Aufklärung nur auf "gut Österreichisch".

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