Baugewerbe verstärkt Auftritt gegen Schwarzarbeit

Durch Qualität überzeugen, steuerliche Anreize schaffen

Wien (PWK118) - Die verstärkte Zusammenarbeit der
Bau-Sozialpartner im Kampf gegen die Schwarzarbeit zahlt sich aus:
"Die Flucht in die Schattenwirtschaft ist nicht notwendig", sagte Johannes Lahofer, Bundesinnungsmeister Bau, gestern, Dienstag, bei einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema "Bauen im Spannungsfeld zwischen Leistbarkeit und Legalität."

"Gerade jetzt, wo das Bauen noch anspruchsvoller wird und Energiesparen höchste Priorität erhält, können wir mit Qualität punkten, die nur vom Fachmann kommt." Doch zur notwendigen Sanierung von mehr als 1,5 Millionen Wohneinheiten in Österreich bedarf es, so Lahofer, weiterer Anreize, müsse mehr Geld durch steuerliche Maßnahmen und aus der Wohnbauförderung zur Verfügung gestellt werden. "Auch die Kreditwirtschaft muss Geld in die Hand nehmen - es gibt Bauherrenmodelle, bei denen das Kapital besser verzinst wird als im Kreditapparat. Auch Eigenheim-Contracting-Modelle müssen gefördert werden."

Reinhold Mitterlehner, Generalsekretär-Stellvertreter der Wirtschaftskammer Österreich, stellte fest, dass die verstärkten Kontrollen gegen Schwarzarbeiter und Scheinfirmen bereits gegriffen hätten. Ähnlich argumentierte Herbert Buchinger, Vorstand des Arbeitsmarktservice. "Die Maßnahmen der Bau-Sozialpartner zur Eindämmung der Schattenwirtschaft schlagen sich auch bereits günstig in der Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik nieder." Und Christoph Klein, Leiter des Sozialbereichs der Arbeiterkammer Wien, hält die bereits begonnene "Politik der kleinen Schritte" für zielführend. "Wir sind hier sehr gut unterwegs." Die Sozialpartner haben sich auf einen Vorschlag zur Bekämpfung von Scheinfirmen und gegen die Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen geeinigt, der nun in Gesetzesform gegossen wird. Einig war man sich auch, dass das Bestbieterprinzip im Vergaberecht stärker forciert werden soll.

Die jüngste Initiative der Bundesinnung Bau, "BAUfair - gegen die Schattenwirtschaft", will Wege aus der Schwarzarbeit weisen: Behörden sollen zur Zusammenarbeit verpflichtet, Scheinfirmen frühzeitig erkannt, Kontrollen verstärkt werden. Weiters soll der Arbeitsmarkt geöffnet und liberalisiert werden. Die Baubehörde muss verstärkt kontrollieren, ob befugte Bauunternehmen die Bauausführung übernehmen. "Gerade energieeffiziente Bauweisen verlangen nach hochqualifizierten Experten", so Lahofer. "Nur befugte Unternehmen sichern einwandfreie Qualität, Gewährleistungs- und Schadenersatzrechte. Eine professionelle Baudokumentation erleichtert außerdem die Ausstellung des Energieausweises."

Die Bundesinnung will Mitgliedsfirmen kräftig unterstützen: "Wir werden Unternehmen, die bereit sind, den neuen Markt der energiesparenden Bauweisen im Neubau und in der Sanierung zu bearbeiten, unterstützen. Die BauAkademien bieten eine umfassende Ausbildungspalette für nachhaltige Bauweisen an", sagt Lahofer. "Doch ohne zusätzliche Förderungen und Steueranreize kann ich mir die notwendige Umstellung des heimischen Gebäudebestandes auf Niedrigenergiestandard - wie im Regierungsprogramm vorgesehen -kurzfristig nicht vorstellen!

Es ist allemal vernünftiger in die heimische Gebäudesubstanz zu investieren, als das Geld durch den Ankauf von Klimaschutzzertifikaten ins Ausland abfließen zu lassen; zudem würde es uns sehr helfen, wenn die zweckgebundene Verwendung der Wohnbauförderung durch Vorlage von Dienstleistungsrechungen verwendet wird", so Lahofer. (us)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Geschäftsstelle Bau
Mag. Manfred Katzenschlager
Tel.: (++43) 718 37 37 17
Fax: (++43) 718 37 37 22
office@bau.or.at
http://bau.or.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0005