AK für "Papamonat": Wichtiger Schritt in Richtung partnerschaftliche Teilung

Wien (OTS) - Väter sollen diesen Freistellungsanspruch im Ausmaß von vier Wochen freiwillig im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes in Anspruch nehmen können - das ist seit langem eine Forderung der AK. Mit dem Papamonat soll jedenfalls Kündigungsschutz und ein finanzieller Ausgleich für den Einkommensausfall verbunden sein. "Der Papamonat stellt einen wichtigen Schritt zur Gleichstellung von Frauen und Männern dar. Zentrales Anliegen einer Familienpolitik, die sich am Prinzip der Gleichstellung von Frauen und Männern orientiert, ist die gerechtere Aufteilung von bezahlter und von unbezahlter Arbeit, vor allem der Arbeit in den Familien", begrüßt Christoph Klein, Leiter des Sozialbereiches in der AK Wien, die Initiative von Frauenminsterin Doris Bures und Sozialminister Erwin Buchinger mit konkreten Planungen für den "Papamonat" zu beginnen. "Der Anspruch auf Freistellung im Papamonat soll Männern die Gelegenheit bieten, von Anfang an eine intensive Beziehung zum Kind aufzubauen und in eine faire Aufteilung der Betreuungs- und Erziehungspflichten hineinzuwachsen", so Klein weiter.

Die Einführung des Papamonats ist nach Einschätzung der AK ein wichtiger Schritt zur Förderung der partnerschaftlichen Aufteilung der Kinderbetreuung. Vereinbarkeit ist auch ein Männerthema. Obwohl viele Männer angeben, gerne eine aktive Rolle als Vater einnehmen zu wollen, bewegt sich der Anteil der Väter an der Karenz seit Jahren bei nur ca. 3,5 Prozent. Die österreichische Familienpolitik muss aktive Maßnahmen setzen, die auch den Vätern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert. Der Papamonat ist ein Schritt dazu.

Der Papamonat ermöglicht es Vätern, in der wichtigen Zeit der ersten Lebenswochen anwesend zu sein und die Grundlage für eine gute Vater-Kind-Beziehung zu legen. Väter, die aktiv an der Frühphase teilgenommen haben, werden sich auch leichter dazu entschließen, in der Folge Karenz bzw Elternkarenz in Anspruch zu nehmen. Die derzeitige Rechtslage schließt Väter aus, frühzeitig an der Kinderbetreuung beteiligt zu sein, es gibt keinen verbrieften Anspruch auf Freistellung bei der Geburt für Väter. Lediglich einige Kollektivverträge sehen ein bis zwei Tage bezahlter Freistellung bei der Geburt eines Kindes vor. Väter haben nicht einmal das Recht, bei der Geburt des Kindes Urlaub zu nehmen, dies kann vom Arbeitgeber abgelehnt werden.

AK Forderungen für partnerschaftliche Teilung
Damit ein Papamonat funktionieren kann, braucht es einen Kündigungsschutz und eine finanzielle Abgeltung für den Einkommensausfall. Als weitere wichtige Maßnahmen für eine stärkere Beteiligung der Väter an der Kinderbetreuung verlangt die AK eine Erleichterung des Zuverdienens zum Kinderbetreuungsgeld: Eine Wahlmöglichkeit zwischen der betragmäßigen Zuverdienstgrenze und einer Arbeitszeitgrenze bis zu 24 Stunden wöchentlich ist für die Inanspruchnahme von Kinderbetreuungsgeld gerade durch Väter unbedingt notwendig. Die geltenden Zuverdienstgrenzen ermöglichen vielen durchschnittlich bis überdurchschnittlich verdienenden Vätern nur eine Arbeitszeit von wenigen Wochenstunden, was in der betrieblichen Praxis meist als unmöglich betrachtet wird.

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