Hilfswerk fordert Korrekturen bei der geplanten Novelle der Gesundheitsgesetze für 24-Stunden-BetreuerInnen

Präsident Othmar Karas: "Umfassende Reform der Gesundheitsberufe dringend notwendig!"

Wien (OTS) - Eine Eingrenzung der Befugnisse der PersonenbetreuerInnen auf individuelle Betreuungsverhältnisse im Haushalt, Verbesserungen im Bereich Qualitätssicherung, sowie Präzisierungen hinsichtlich der möglichen pflegerischen Tätigkeiten sind die Kernpunkte der Stellungnahme des Hilfswerks zur geplanten Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes, des Ärztegesetzes 1998, des Hausbetreuungsgesetzes und der Gewerbeordnung 1994.

"Der Ansatz der geplanten Änderungen ist sicher richtig und notwendig, allerdings ist man in einem entscheidenden Punkt über das Ziel hinausgeschossen", sagt Präsident Othmar Karas.

"Die Delegationsmöglichkeit von pflegerischen Tätigkeiten von Fachpersonal an PersonenbetreuerInnen muss auf die individuelle 1:1-Situation eingegrenzt werden. Nur bei Beschränkung auf den Individualfall scheint uns diese Ausweitung im Sinne der betreuten Personen vertretbar!", so Karas. "Eine generelle Ausweitung der pflegerischen Befugnisse auf selbstständige mobile BetreuerInnen -wie derzeit laut Gesetzestext möglich - würde bedeuten, dass selbstständige PersonenbetreuerInnen ohne Ausbildung Tätigkeiten übernehmen dürften, die in der gleichen Situation ausgebildeten Kräften verwehrt wären. Diese paradoxe Situation wäre sicher auch nicht im Sinne der betreuten Personen.", so Karas weiter.

Gleichzeitig fordert Hilfswerk-Präsident Othmar Karas die seit Jahren überfällige Neuordnung der Kompetenzen und Ausbildung im Bereich der Gesundheits- und Pflegeberufe ein. "Wir verlangen einen entsprechenden Gesetzesentwurf in den nächsten Wochen, denn es muss so schnell wie möglich zu einer Parallelverschiebung der Verantwortlichkeiten kommen. DiplomkrankenpflegerInnen sollen in Zukunft mehr pflegerische Maßnahmen selbst verantworten können, als Case- und Care-ManagerInnen fungieren und auch Pflegegutachten erstellen.", so Karas weiter. "Ebenso muss das Berufsbild und der Tätigkeitsbereich der PflegehelferInnen angepasst und aufgewertet werden. Das gilt entsprechend auch für Heimhilfen.", so Karas weiter.

"Jetzt ist ein guter Anlass, sich alle einschlägigen Gesetze genau anzusehen und sie bezüglich der Befugnisse und der Ausbildung zu modernisieren, damit Pflege und Betreuung für die Betroffenen bei hoher Qualität leistbar bleibt, aber auch die Beschäftigten gute Berufschancen vorfinden!", so Karas abschließend.

Der gesamte Begutachtungstext des Hilfswerks ist ab Freitag, 22.2., im Detail auf www.hilfswerk.at abzurufen.

Das Österreichische Hilfswerk ist mit seinen Landesverbänden und dem Hilfswerk Austria einer der größten österreichischen Anbieter sozialer Dienstleistungen. In den Bereichen Mobile Pflege und Kinderbetreuung durch Tagesmütter ist das Hilfswerk die größte Organisation in Österreich. Es unterstützt regelmäßig 27.893 alte und kranke Menschen durch professionelle Hilfe und Pflege daheim. 9.122 Kinder werden von 1.283 Tagesmüttern und -vätern betreut, weitere 4.514 Kinder sind Kinderbetreuungseinrichtungen des Hilfswerks gut aufgeboben. Das Hilfswerk beschäftigt 7.754 MitarbeiterInnen. Die Gesamtleistung des Hilfswerks (Umsatz) beträgt 160,29 Millionen Euro.

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