Kunstmuseen müssen nicht funktionieren, sondern auch inspirieren - Peter Noever, Direktor MAK, zum aktuellen Stand der Museumsdiskussion

Wien (OTS) - "Kunstmuseen haben einen besonderen Status: Sie
müssen nicht nur funktionieren, sondern auch inspirieren. Als Träger eines individuellen kulturellen Verständnisses können Museen nicht wie ein Konzern oder eine Behörde geführt werden. Erst die eigenständigen Profile der Museen spiegeln die Vielfalt von Kunst und Geistesleben", so Peter Noever im Rahmen der dritten Diskussionsrunde "Governance und Strukturfragen" im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, heute, 18. Februar 2008.

Die Wahrung der Eigenverantwortung steht für Noever dabei an erster Stelle. "Es ist sicherzustellen, dass Museen in keiner Phase der politischen Veränderung zum Objekt der Willkür degradiert werden", so Noever.

Besonders den Kuratorien in den einzelnen Museen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die Kuratorien sollten nicht nur als wirtschaftliches Aufsichtsorgan fungieren, sondern die Interessen des Museums auch in inhaltlichen Belangen vertreten können -vorausgesetzt, Mitglieder der Kuratorien verfügen über eine entsprechende fachliche Kompetenz.

Valorisierung der Basisabgeltung ohne Holdingstruktur

In der Frage der Koordination zwischen den einzelnen Institutionen spricht sich Peter Noever klar gegen eine übergeordnete Holdingstruktur aus: "Eine Zusammenarbeit der Museen ist auch ohne rechtlichen Überbau jederzeit möglich und kann in der Direktorenkonferenz oder der Konferenz der kaufmännischen Leiter einfach koordiniert werden."

Wichtiger Punkt ist für Noever aber nach wie vor die Valorisierung der Basisabgeltung. "Eine zukunftsorientierte Ausstellungs- und Sammlungspolitik kann nur sichergestellt werden, wenn die Museen auch rückwirkend die inflationsbedingte Entwertung der Basisabgeltung erstattet bekommen", fordert Noever, der auch klar für die Letztverantwortung der MuseumsdirektorInnen eintritt.

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