Scheiber: Leitl und Sorger präsentieren Bankrott-Erklärung der Österreichischen Klimaschutz- und Energiepolitik

Wien (OTS) - "Die Forderung der Industriellenvereinigung und der Wirtschaftskammer, den Anteil der erneuerbaren Energien entsprechend der EU-Vorgaben bis 2020 nicht mit 34, sondern mit 26 % zu begrenzen, würde einer Bankrott-Erklärung der österreichischen Klimaschutz- und Energiepolitik gleichkommen. Schon jetzt liefert die erneuerbare Energie einen Beitrag von 23 % am gesamten Energieaufkommen. Die angepeilten 26 % würden daher mehr oder minder einen Stillstand in der Umwelt- und Klimapolitik verursachen", erklärte der Geschäftsführer des Österreichischen Biomasse-Verbandes, Ernst Scheiber, in einer Aussendung.

Die österreichische Regierung hat in ihrem Regierungsprogramm die Erreichung eines 45 %-Ziels für erneuerbare Energien bis 2020 festgeschrieben. Schon die mittlerweile vorgegebenen 34 % stellen einen desaströsen Rückschritt dar. Verantwortlich dafür sind Wirtschaftsministerium und Teile der Wirtschaft, die in Sonntagsreden den Ausbau erneuerbaren Energie fordern und gleichzeitig in Brüssel antichambrieren, um die Erreichung dieser Ziele zu verhindern. "Effizient und erneuerbar, unter dieser Devise muss die Klimaschutz-und Energiepolitik in Österreich stehen", betonte Ernst Scheiber.

Um die EU-Zielsetzungen zu erreichen, müsste der Energieverbrauch unter 1500 PJ bleiben, derzeit sind es 1440 PJ, der Beitrag der erneuerbaren Energien müsste von derzeit 305 PJ auf 500 PJ steigen. Natürlich müsste der Einsatz der fossilen Energieträger drastisch zurückgeschraubt werden.

Österreich kann das 34 %-Ziel locker schaffen, so durch Energiesparprogramme und durch den gezielten Ausbau erneuerbarer Energien wie Biomasse sowie Solarenergie. Die entscheidenden Positionen sind dabei Solarthermie, Windkraft, Kleinwasserkraft, die Geothermie sowie die Großwasserkraft. Allein die feste, die flüssige und gasförmige Biomasse kann bis 2020 weitere 120 PJ an Energieaufkommen bringen.

"Die Wirtschafts- und Energiepolitiker müssen umdenken. Ihr Allheilmittel kann nicht darin liegen, kurzfristig Millionen für den Ausbau erneuerbarer Energie zu sparen und dafür mittel- bis langfristig Milliarden für das bisherige Nichtstun und den künftigen Ankauf von CO2-Zertifikaten zu verplempern. Sowohl Leitl wie Sorger verdrängen die wirtschaftlichen Chancen der Umwelttechnologien am Heimmarkt und im Export. Dass der Umstieg auf erneuerbare Energie dynamisch erfolgen muss, ist eine unleugbare Tatsache," schloss Scheiber.

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