Grüne Wien/Ringler: "Videobewachung kein adäquates Mittel gegen Vandalismus"

Soziale Probleme an Wurzeln packen - Symptombekämpfung zu wenig

Wien (OTS) - "Videoüberwachung in den Gemeindebauten löst keine Probleme. Gesellschaftliche Spannungen und fehlender sozialer Zusammenhalt sind die Ursache von Problemen im Gemeindebau, die mit Videoüberwachung nicht gelöst werden können", kritisiert die Technologiesprecherin der Grünen Wien, Marie Ringler

Um den hohen Preis der Aufgabe von Privatsphäre (in Zukunft werden Garagen und Aufzüge und Müllräume überwacht werden), erkaufe sich die Gesellschaft nur eine scheinbare Sicherheit, die Wurzel der Probleme würden damit nicht einmal im Ansatz gelöst.

Eine IFES Studie hatte 2006 folgende zentrale Problemfelder in Wiener Gemeindebauten erhoben: Die Frage "welche der folgenden Konflikte oder Probleme gibt es in Ihrer Wohnhausanlage, die für Sie sehr störend sind?", beantworteten 32 Prozent der Befragten mit "Hundekot", 28 Prozent mit "Lärm durch Nachbarn" und 26 Prozent mit "mangelnder Sauberkeit". Vandalismus wurde nur von 15 Prozent als Problem angeben.

"Offenbar leidern die BewohnerInnen der Wiener Gemeindebauten unter sozialen Problemen, die nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme gelöst werden können. Da hilft aber keine Technik, sondern nur BürgerInnen-Beteiligungsprojekte, Mediation und sozialarbeiterische Aktivitäten. Videoüberwachung ist hier jedenfalls kein geeignetes Mittel."

Videoüberwachungen zeigen insgesamt nur begrenzte Wirkung. So stellte die ARGE Daten anlässlich der Präsentation der Zahlen zu Sachbeschädigungen und Diebstählen fest, dass zwar zu Beginn der Überwachung die Diebstahlsdelikte rückgängig waren, nach kurzer Zeit allerdings wieder angestiegen sind.. Die Zahl der Sachbeschädigungen während der Videoüberwachung nahm gegenüber der Zeit vor der Überwachung um immerhin 60 Prozent von 10 auf 16 Fälle zu.

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