Neues Volksblatt: "Mieses Spiel" (von Markus Ebert

Ausgabe vom 15. Februar 2008

Linz (OTS) - Wenn Steirerblut einmal in Wallung geraten ist, dann ist niemand sicher, auch nicht der SPÖ-Vorsitzende Gusenbauer. In der Frage, ob die Haidinger-Affäre einen Untersuchungsausschuss erforderlich macht, wird dem SPÖ-Kanzler sogar die Aufkündigung der Gefolgschaft angedroht. Wenn Gusenbauer schon von der zweiten Funktionärsreihe so angegangen wird wie jüngst von seinen steirischen Freunden muss die Frage nach seiner innerparteilichen Reputation eigentlich gar nicht mehr gestellt werden. Um die Basis zu befrieden, soll die ÖVP in Sachen U-Ausschuss am Gängelband vorgeführt werden soll. Doch wenn der Hut aufklärungsmäßig wirklich so brennt, wenn -wie Parteisekretär Kalina sagte - Innenminister Platter gestern im Bundesrat viel zu wenig geboten hat, und wenn, wie ebenfalls Kalina nicht oft genug betonen konnte, ohnehin 60 Prozent der Österreicher für einen Ausschuss sind: warum zaudert man dann mit der Entscheidung? Bloß, um ein mieses Spiel möglichst in die Verlängerung zu bringen. Dass mittlerweile die Behauptungen Haidingers als Fakten gehandelt und als solche in der Dringlichen Anfrage an Platter im Bundesrat dargestellt werden, passt in das Bild des miesen Spiels.

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