"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Untaugliches Mittel"

Eine Prämie bringt keinen dazu zu übersiedeln - schon gar nicht in Österreich.

Wien (OTS) - Frage: Wie bringt man einen arbeitslosen Wiener Facharbeiter dazu, eine freie Stelle in Salzburg anzunehmen? Antwort:
Man zahlt ihm die Umzugskosten. So einfach hat sich das zumindest die SPÖ vorgestellt. Auf ihren Druck hat die Regierung die Übersiedlungsbeihilfe (bis zu 4632 Euro) eingeführt - als Mittel gegen den regionalen Facharbeitermangel.
Die Maßnahme ist seit Anfang des Jahres in Kraft - und ein Flop. Österreichweit gab es bisher keine zehn Anfragen. Genehmigt wurde die Prämie erst in einem Fall.
Überraschend ist das nicht. Wer sich dazu durchringt, mit seiner Familie eine neue Existenz aufzubauen, der tut das nicht, weil ihm das mit einer Einmalzahlung versüßt wird. Dazu kommt, dass der Österreicher traditionell wenig mobil ist. Laut Umfragen wäre nur jeder Fünfte bereit, bei Jobverlust in ein anderes Land zu ziehen, wenn er dort Arbeit findet. Im eigenen Land wäre es nur jeder Zweite. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass gegen den Facharbeitermangel nur anderes hilft: gezielte Ausbildung von Lehrlingen, mehr Unterstützung für Pendler und - auch wenn das die Gewerkschaft nicht gerne hört - das Anwerben qualifizierter Fachkräfte im Ausland.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0001