Niederwieser: Immer stärkerer Zug in AHS-Unterstufe typisch österreichisches Phänomen

Zur BMHS-Studie: Rainer vergleicht völlig unterschiedliche Gruppen

Wien (SK) - "Es ist ein typisch österreichisches Phänomen", erklärt SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst zur heutigen Meldung, dass immer mehr Kinder in die AHS-Unterstufe drängen. "Wer international tätig ist wird sich mit dieser Nachricht schwer tun, denn neun von zehn europäischen Schülern kennen dieses Problem überhaupt nicht: Sich im Alter von neun oder zehn Jahren zwischen einer 'Hauptschule' und einer 'Allgemeinbildenden höheren Schule' entscheiden zu müssen." Neu sei die Verschiebung hin zu den Gymnasien allerdings absolut nicht. ****

Schon die Namensgebung zeige, was historisch mit der Einteilung in Hauptschule und AHS gemeint war. "Die Hauptschule sollte jene Schule sein, in welche die Kinder hauptsächlich gehen und für die Kinder der Bessergestellten und 'Höheren' gibt es die höheren Schulen, damit das Arztkind nicht zu lange mit der Anwesenheit des Arbeiterkindes geplagt wird. Diese Ideen stehen mit einer gerechten, egalitären und an Leistung orientierten Gesellschaft im Widerspruch und nur der besonders rückschrittlichen Denke der ÖVP ist es zu danken, dass wir diese Differenzierung noch haben", betont Niederwieser.

Mit einer gemeinsamen Mittelschule könnte die frühe Selektion vermieden werden, könnten die Kinder länger in eine wohnortnahe Schule gehen, wäre eine individuelle Förderung besser möglich und gleichzeitig würde das Zusammenleben von Kindern verschiedener Herkunft besser erlernt als in der gegenwärtigen "Ausleseschule".

BMHS-Studie vergleicht völlig unterschiedliche Gruppen

"Die Position der Gewerkschaft, dass kleinere Klassen auch an den BMHS kommen sollen, deckt sich völlig mit dem Text der Koalitionsvereinbarung", so Niederwieser, der darauf verweist, dass in den Koalitionsverhandlungen die ÖVP um Gehrer und Neugebauer eine solche Senkung der Klassenschülerhöchstzahl nur für die allgemeinbildenden Schulen wollten. "Es waren die SPÖ-Verhandler, die das für alle Schulen durchgesetzt haben. Mit einem Zeitplan, der zugleich die Schaffung der notwendigen zusätzlichen Räume vorsieht." Zur Studie selbst stellte Niederwieser fest, dass es sich hier um andere Gruppen handle: "Die Eder Studie betrifft die 'PISA-Population', d.h. 15 Jährige, die in der Regel in einer ersten Klasse einer BHS sind. Die Gewerkschaftsstudie befragt AbsolventInnen von kaufmännischen Schulen, sie setzt also fünf Jahre später und zu einem Zeitpunkt an, zu dem die Hälfte der SchülerInnen schon nicht mehr da ist. Für die Frage der richtigen Schulwahl sind die 15-Jährigen die richtige Zielgruppe, Absolventenforschung ist was anderes", schloss Niederwieser. (Schluss) js

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