ÖAMTC: Anstieg der Autokosten spürbar höher als im Preisindex ausgewiesen

45 statt 38 Cent - Club fordert Kilometergeld-Anpassung zumindest auf Indexbasis

Wien (OTS) - Autofahren wird immer teurer - sogar wesentlich
teurer als im Verbraucherpreis-Teilindex für den privaten Pkw-Verkehr ausgewiesen. ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau: "Meine Berechnungen zeigen, dass die laufenden Autokosten seit dem Jahr 1999 bis über 60 Prozent gestiegen sind. Besonders Eigentümer von dieselbetriebenen Fahrzeugen mussten immer tiefer in die Geldtasche greifen. Deshalb ist nicht einzusehen, warum ausgerechnet Diesel noch mehr besteuert werden soll, wie von einigen Seiten gefordert."

Anhand von zwei Beispielen veranschaulicht die ÖAMTC-Expertin die tatsächliche Kostenentwicklung seit 1999. Ausgang der Berechnung sind je ein benzin- und ein dieselbetriebener Kleinwagen mit 1.390 ccm Hubraum und 55 kW, angenommene Kilometerleistung 15.000 km. Nach ÖAMTC-Berechnung sind die reinen Autokosten für den dieselbetrieben Pkw um 61 Prozent gestiegen (Jahreskosten 1999: 737 Euro, 2007: 1.188 Euro). Um satte 44 Prozent haben sich die durchschnittlichen Jahreskosten eines Benziners seit 1999 erhöht (1999: 1.007, 2007:
1.447 Euro). Berücksichtigt bei der Berechnung des ÖAMTC wurden:
Tankkosten/Jahr, Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer in Benzin, jährliche motorbezogene Versicherungssteuer und Jahres-Mautvignette.

Der offizielle Index weist für den gleichen Zeitraum hingegen eine Preissteigerung von "lediglich" rund 25 Prozent aus.

Realität und Durchschnittsdaten im Auto-Warenkorb klaffen auseinander

Der Hauptgrund für die Teuerungen sind die laufenden Spritpreis-Erhöhungen. Im vergangenen Jahr beispielsweise betrug die Preissteigerung beim Diesel in Österreich 23,1 Prozent. Superbenzin wurde im Laufe des Jahres um 19,6 Prozent teurer. Diese Kosten schlagen sich im jährlichen Preisindex für den privaten Pkw-Verkehr nicht nieder - dort sind die Preissteigerungen im Jahr 2007 lediglich mit 1,8 Prozent (Diesel) bzw. 2,2 Prozent (Superbenzin) ausgewiesen. "Preisschwankungen zwischen den monatlichen oder jährlichen Erhebungsstichtagen werden im Warenkorb nicht erfasst", sagt die ÖAMTC-Expertin. "Ebenso wenig werden individuelle Kriterien wie Autotyp und Nutzungshäufigkeit in der offiziellen Statistik berücksichtigt. Solche Faktoren haben aber ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die laufenden Autokosten."

Der Index gibt jährlich Aufschluss darüber, welches Autozubehör und welche mit dem Auto verbundenen Dienstleistungen teurer oder billiger werden. Damit ist er ein probates und öffentlich anerkanntes Mittel zur langfristigen Beobachtung von Preisentwicklungen. "Deshalb tritt der ÖAMTC dafür ein, dass der Preisindex weiterhin als Basis zur Berechnung des Kilometergeldes herangezogen wird", betont Brugger-Brandau.

38 Cent Kilometergeld entspricht nicht einmal Preisindex

"Die derzeitigen 38 Cent Kilometergeld kommen nicht im Geringsten an die realen Kosten heran, die bei Dienstfahrten im Privatauto entstehen", sagt Brugger-Brandau. Der ÖAMTC fordert daher eine Anpassung des Kilometergeldes auf 45 Cent - auf Basis des offiziellen Preisindex, damit zumindest die Inflation der Autokosten abgegolten wird. "Dieser Betrag kann allerdings aus genannten Gründen nur die unterste Grenze sein. In der Realität kommt ein Auto auf jeden Fall teurer, als man aufgrund des Preisindex schließen könnte", so die Club-Expertin abschließend.

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