MAV Cargo: vida und ungarische Gewerkschaften unterzeichnen Abkommen

Haberzettl: ArbeitnehmerInnen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden

Wien (vida/ÖGB) - Im Zusammenhang mit dem Kauf der ungarischen Güterbahn MAV Cargo durch die ÖBB Tochter Rail Cargo Austria (RCA) haben die Sektion Verkehr in der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida, die Zentralbetriebsräte sowie zwei der für die Interessen der MAV-Cargo-Beschäftigten zuständigen ungarischen Eisenbahnergewerkschaften (VDSZSZ und VSZ) gestern Nachmittag, Mittwoch, in Budapest einen Leitfaden für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit unterzeichnet. "Die ArbeitnehmerInnen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden", betonte der Vorsitzende der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida, ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender Wilhelm Haberzettl die Wichtigkeit von europaweiten Kooperationen von Gewerkschaften.++++

Zentrale Punkte in diesem Leitfaden sind die Gründung eines europäischen Betriebsrats, eine dreijährige Beschäftigungsgarantie für die MAV Cargo-Beschäftigten, die Verhinderung von Sozialdumping beim grenzüberschreitenden Einsatz insbesondere des Traktionspersonals, keine Verlagerung von Werkstättenarbeiten in Drittländer, Förderung einer eigenen Unternehmenskultur sowie von Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.

"Das Abkommen ist in seiner Tiefe, Form und Inhalt in Europa auf bilateraler Ebene einzigartig", unterstrich Haberzettl weiter. Es löse aber noch keine Probleme, sondern weise auf notwendige Problemlösungen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit hin, ergänzte der ÖBB-Konzernbetriebsrat.

Für die Beschäftigten der MAV Cargo sind der Fortbestand ihrer Fahrbegünstigungen, die Beibehaltung des so genannten "Cafeteria-Systems" (ein Gehaltsbonus, der etwa in Form von Urlaubsgutscheinen ausbezahlt wird), ein Personalentwicklungsplan, die Einhaltung der Bestimmungen des ungarischen Privatisierungsgesetzes hinsichtlich der Möglichkeit von MitarbeiterInnenbeteiligungen bis zu einer Höhe von fünf Prozent sowie die Ausarbeitung eines Lohnanpassungskonzepts zur Anhebung der Realeinkommen im Leitfaden verankert worden.

Für die ungarischen Beschäftigten werde es in Zukunft durch die europäische Perspektive "vernünftige Entwicklungen hinsichtlich Bezahlung und Sozialleistungen geben", sagte Haberzettl. Die ungarischen Gewerkschaften schätzen, dass es zu einer stufenweisen Aufwärtsentwicklung der Einkommen der Beschäftigten kommen werde.

Die drei kooperierenden Gewerkschaften haben in ihren jeweiligen Ländern die Aufgabe, die Interessen der ArbeitnehmerInnen zu vertreten, so der vida-Sektionsvorsitzende weiter. Haberzettl unterstrich: "Wir haben uns mit der Erarbeitung dieses Leitfadens vorgenommen, zu beweisen, dass das im Bereich der Eisenbahnen über Grenzen hinweg möglich und sinnvoll ist." (Schluss)

ÖGB, 14. Februar 2008 Nr. 80

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft vida / Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling,
Tel.: (01) 546 41/111
Mobil: 0664 / 61 45 733
Internet: www.vida.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001