Weinzinger appelliert an Regierung: Frauenhandel wirksam bekämpfen

Grüne: Verbesserter Opferschutz statt verfehlter Fremdengesetze

Wien (OTS) - "Die österreichische Regierung ist aufgefordert, endlich wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung des Frauenhandels zu ergreifen. Mit restriktiven Fremden- und Antiprostitutionsgesetzen ist dieser Menschenrechtsverletzung jedenfalls nicht beizukommen. Frauenhandel darf nicht mit illegaler Migration gleichgesetzt werden und kann nicht an den Grenzen bekämpft werden", meint Brigid Weinzinger, Frauensprecherin der Grünen. Die Maßnahmen in Österreich gegen Frauenhandel seien nicht ausreichend, teilweise würden statt der Täter die Opfer bestraft. Beim Thema Frauenhandel geht es um jede Art von Geschäftemacherei, bei der Frauen, die den Wunsch haben im Ausland zu arbeiten, ausgenutzt und missbraucht werden. Betroffen sind außer Sexarbeiterinnen vor allem auch Hausangestellte und Frauen, die "per Katalog" verheiratet werden.

"Die Betroffenen von Frauenhandel brauchen vor allem Schutz und kein Strafverfahren wegen illegalen Aufenthalts, das sie womöglich noch weiter traumatisiert. Der massive Ausbau der Opferschutzrechte ist längst überfällig. Die Opfer von Frauenhandel brauchen vor allem anderen ein Aufenthaltsrecht in Österreich, damit sie sich eine eigenständige Existenz aufbauen können. Auch eine Rückkehrunterstützung soll es geben, aber nur, wenn diese möglich und erwünscht ist", fordert Weinzinger. Einen Zwang zur Aussage vor Gericht für die Opfer von Frauenhandel, die oft massiv bedroht werden, dürfe es nicht geben. Das war auch der Tenor bei der IPU-Veranstaltung zum Thema Menschenhandel am vergangenen Dienstag im Parlament. Wichtig sei hingegen der Ausbau von Notschlafstellen und der Beratungsangebote für die Opfer von Frauenhandel. "Jetzt sind Taten statt Worte von der Regierung gefordert. Die Konferenz zum Thema Menschenhandel muss Konsequenzen für die Politik haben. Ein umfangreicher Opferschutz und eine deutliche Stärkung der Opferrechte, insbesondere durch ein Aufenthaltsrecht, sind daher dringend gefordert", so Weinzinger.

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