Grüne Wien: Individuelle Förderung statt einheitliche Bildungsstandards

Jerusalem: "Schulsystem macht lesen lernen schwer"

Wien (OTS) - Europäische Jugendliche tun sich beim Lesen immer schwerer. Bereits jede/r vierte 15-jährige hat laut einer neuen EU Erhebung eine signifikante Leseschwäche. "Auch nach PISA und einigen gut gemeinten Lese-Initiativen in den Schulen wächst die Leseschwäche ungebremst an, man sollte daher in erster Linie dafür sorgen, dass Kinder das Lesen ausschließlich mit Freude und Spaß verbinden und nicht mit Druck und Zwang", fordert die Schulsprecherin der Grünen Wien, Susanne Jerusalem.

Jerusalem kritisiert die Wiener Bildungsstandards, die eine genaue Festlegung vornehmen, wann ein Kind Buchstaben erkennen und Lesen können muss, "diese Pädagogik muss scheitern", so Jerusalem. Genauso wie Kinder nicht im gleichen Alter laufen und sprechen lernen, verhalte es sich auch beim Lesen, "mit Intelligenz und Begabung hat das nichts zu tun", so Jerusalem. Das seien individuell unterschiedlich verlaufende Entwicklungsstadien, Lerntempo und Lernrhythmus der Kinder seien verschieden.

"Den Kindern die Schuld daran zu geben, dass sie nicht lesen können, ist eine Ungeheuerlichkeit, das Schulsystem ist selbst Verursacher des Problems", stellt Jerusalem fest und bedauert, dass die vielen Lehrerinnen und Lehrer an derart unzureichende Standards gebunden seien, statt sich an den Kindern orientieren zu dürfen. "Statt einheitlicher Bildungsstandards braucht es individuelle Förderung der Kinder und kleinere Schulklassen", so Jerusalem abschließend.

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