vida-Frauen: Auf entsprechende Ausbildung in Pflege und Betreuung nicht verzichten

Kompetenzerweiterung bei 24-Stunden-Betreuung bedeutet Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für Frauen

Wien (vida/ÖGB) - "Auch wenn es für die Politik der einfachste Weg zu sein scheint, die Probleme mit der 24-Stunden-Betreuung zu lösen, der richtige ist es nicht. Eine Ausweitung der Aufgaben der BetreuerInnen auf medizinische und pflegerische Tätigkeiten ohne eine entsprechende Ausbildung hat einen Qualitätsverlust zur Folge", sagt vida-Frauenvorsitzende Elisabeth Vondrasek. Das gehe zu Lasten der zu Betreuenden, aber auch zu Lasten der "vielen Frauen, die im Bereich der Betreuung und Pflege beschäftigt sind", erklärt Vondrasek.++++

"Vom Einkauf bis zum Arztersatz sollen die Betreuerinnen nun alles erledigen. Und das zu Niedrigstlöhnen und ohne entsprechende Ausbildung", kritisiert Vondrasek. Das habe notgedrungen eine Überforderung des Betreuungspersonals zur Folge. "Es gibt gute Gründe, warum für Pflegetätigkeiten eine entsprechende Qualifikation vorgesehen ist", so die vida-Frauenvorsitzende. Durch die geplante Aushöhlung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes drohe zudem Lohndumping bzw. eine Gefährdung der qualifizierten Arbeitsplätze im Bereich der Pflege. "Es gibt schon erste Begehrlichkeiten, die Aufweichung der Aufgabentrennung zwischen Pflege und Betreuung auch außerhalb der 24-Stunden-Betreuung, im mobilen und stationären Bereich vorzunehmen", sagt Vondrasek.

Die Kompetenzerweiterung bei der 24-Stunden-Betreuung in der geplanten Form werde zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen vor allem von Frauen führen, ist Vondrasek überzeugt. "Die einen, die Betreuerinnen, werden mit zusätzlichen Aufgaben eingedeckt, ohne dass es dafür eine angemessene Bezahlung und eine entsprechende Ausbildung gibt. Die anderen, die eine entsprechende Ausbildung in einem Pflegeberuf haben, werden dagegen massiv unter Druck kommen, weil ihre Tätigkeit dann billiger von nicht entsprechend qualifiziertem Personal ausgeübt wird." Auch die zu Pflegenden hätten nichts von einer Kompetenzausweitung zu Lasten der Qualität. "Die Alterung der Gesellschaft macht eine Ausweitung des Angebots an Pflege und Betreuung nötig. Die geplante Änderung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes ist aber eindeutig der falsche Weg", so Vondrasek abschließend.

ÖGB, 12. Februar 2008 Nr. 71

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