Plassnik: "Sklaverei im Weltdorf - Menschen werden gehandelt, ganz oder in Teilen, dienen als Ersatzteillager"

Wiener Forum zur Bekämpfung des Menschenhandels von 13.-15. Februar

Wien (OTS) - "Menschenhandel nimmt in Ausmaß und
Vielschichtigkeit rapide zu. Es ist ein globales Problem. Menschen werden gehandelt wie Autos oder Maschinen; wie Drogen oder Waffen, ganz oder in Teilen, sie dienen als Ersatzteillager. Wir müssen mit konkreten und spezifischen Maßnahmen darauf reagieren, erklärte heute Außenministerin Ursula Plassnik. Von 13. bis 15. Februar tagt das "Wiener Forum zur Bekämpfung des Menschenhandels". Das Forum ist ein Teil der "Globalen Initiative der Vereinten Nationen zur Bekämpfung des Menschenhandels (UN-GIFT)."

Plassnik: "Menschenhandel im Global Village hat viele schlimme Facetten. Opfer dieser besonders verabscheuungswürdigen Verletzung der Menschenrechte im 21. Jahrhundert sind in erster Linie die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaften: Frauen und Kinder in Situationen der besonderen Verwundbarkeit. Wir müssen dafür Bewusstsein schaffen. Gerade deshalb ist auch der engagierte Einsatz einzelner Personen wichtig. Oscar-Preisträgerin Emma Thompson, mit der ich heute in Wien zusammengetroffen bin, ist ein Beispiel für diese wichtige Hilfe und Unterstützung. Jedes Land, auch Österreich, ist von Menschenhandel in der einen oder anderen Form betroffen - als Herkunfts-, Transit- oder Zielland."

Klare Forderung der Außenministerin: "Einigung auf konkrete Ziele für effektive Zusammenarbeit und diese Vorgaben entschlossen umsetzen. Die Antwort der Staatengemeinschaft muss eine dreifache sein: Verbrechen eindämmen, Opfern helfen und Ursachen beseitigen. 2,7 Millionen Menschen werden pro Jahr Opfer von Menschenhandel. Nach Waffenschmuggel und Drogengeschäft ist Menschenhandel drittwichtigste Einnahmequelle der organisierten Kriminalität."

Plassnik führte weiter aus: "Ich begrüße die Entscheidung zum Wiener Forum. Mir ist es ein Anliegen, die Arbeit des hier tätigen Büros der Sonderbeauftragten der OSZE gegen Menschenhandel und des Wiener Büros der Vereinten Nationen gegen Drogen und Verbrechen (UNDOC) zu unterstützen. Die Einbindung von Nichtregierungsorganisationen, wie dies beim Wiener Forum geschieht, ist auch im österreichischen Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel für die Jahre 2007 und 2008 ein wesentliches Element."

Die Außenministerin weiter: "Der österreichische Ansatz bei der Bekämpfung des Menschenhandels ist ein umfassender und beinhaltet nationale Koordination, Prävention, Opferschutz, Strafverfolgung und internationale Zusammenarbeit. Die im Rahmen des Aktionsplans in meinem Ressort eingerichtete Task Force Menschenhandel ist ein wichtiges Instrument, um aktuelle internationale Entwicklungen zu verfolgen und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Österreich hat als erstes EU-Land das Übereinkommen des Europarats zur Bekämpfung des Menschenhandels im Juni 2006 ratifiziert. Die Konvention ist heuer Anfang Februar in Kraft getreten. Um in größerem Rahmen effektiv zu sein, unterstützen wir über die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) Projekte gegen Menschenhandel mit den Schwerpunkten Moldau, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Albanien."

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