"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Plötzlich alles anders"

Die Ministeriums-Affäre bereitet ÖVP-Strategen in Niederösterreich Sorgen.

Wien (OTS) - Für den wahlkämpfenden Erwin Pröll war es gut gelaufen. Eine schwache SPÖ-Gegnerin, Kanzler-Malus für Alfred Gusenbauer, Ärger über die Bundesroten wegen der teils mageren Pensionserhöhung.
Über Nacht ist alles anders. Seit vergangener Woche ist der Innenministeriums-Skandal in den Schlagzeilen - und damit die ÖVP, gegen die es massive Vorwürfe gibt. Pikant für Pröll: Viele der Involvierten kommen aus der niederösterreichischen ÖVP, seit jeher Kaderschmiede der Schwarzen.
Die dortigen Strategen sind besorgt. Die Affäre könnte sich am 9.März unangenehm auswirken. Ihre Selbstberuhigung: Die Menschen würden zwischen Bundes- und Landespolitik unterscheiden. Dass das nicht immer stimmt, hat die Wahl in Graz gezeigt. Den Absturz der SPÖ haben zu einem Gutteil empörte Rentner verursacht.
Und so versuchen Prölls Mannen, es menscheln zu lassen. Es sei pietätlos, Liese Prokop posthum anzupatzen - wer das versuche, werde bitter scheitern.
Mag sein. Das ändert aber nichts daran, dass es Aufklärung braucht: Durch ein Ja der ÖVP zu einem U-Ausschuss im Parlament. Wenn sie nichts zu verbergen hat, müsste auch Erwin Pröll das größte Interesse daran haben - auf dass seinem Wahlkampf nichts auf den Kopf fällt.

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