"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Ohne Schüssel geht nix"

Der Klubobmann reißt das ÖVP-Krisenmanagement an sich - ob das reicht?

Wien (OTS) - Die Frage, ob Wolfgang Schüssel der eigentliche Herr im Hause ÖVP ist, ist so alt, wie Wilhelm Molterer Parteichef ist. Und spätestens seit der Klubobmann das Krisenmanagement in der "Was-für-ein-Amtsmissbrauch?"-Affäre an sich gerissen hat, wissen wir: Ohne ihn geht nix.
Mag sein, dass sich Schüssel in die erste Reihe stellt, um Wilhelm Molterer aus der Schusslinie zu halten. Kann aber auch sein, dass ihm nach dem hölzernen Auftritt des Innenministers im TV und den widersprüchlichen Windungen des Generalsekretärs vergangene Woche der Kragen geplatzt ist. Frei nach dem Motto: "Unter mir hätt’s das nicht gegeben."
Seither zieht er alle Register seines Könnens: Rüdes Zurechtweisen von Interviewern; Einmahnen von Gelassenheit; kaltschnäuziges Wegwischen und Vermischen von Fakten; Themenverlagerung zum Fall Kampusch, der tragisch, aber weit weniger skandalös ist als die anderen Vorwürfe an die ÖVP; "die Sozialisten" als Gegenvorwurf in jedem dritten Satz, bis es hängen bleibt. Souverän. Ob’s souverän genug ist, um zu verdrängen, dass er Parteichef war, als die inkriminierten Vorgänge im Innenministerium stattfanden, ist freilich fraglich.

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