"KURIER"-Kommentar von Andrea Hodoschek: "Grenzlastig"

An den Kapitalmärkten wird das Pensionssystem nicht vorbeikommen.

Wien (OTS) - Der Sozialminister kalmiert, die Statistiker liefern völlig unsichere Prognosen und die Politik verheddert sich in Details. Die Inflationsabgeltung für Pensionisten ist zwar für den Einzelnen ein wichtiges Thema, aber nicht relevant für das Gesamtpensionssystem. Dessen Finanzierbarkeit wird auch bei optimistischer Betrachtung an ihre Grenzen stoßen.
Das ist das Einzige, was als gesichert gelten kann. Um das heutige Leistungsniveau aufrecht zu erhalten, wird das staatliche System nicht genügen. Das System wird teurer, aber die Politik will nicht sagen, wer in Zukunft mehr bezahlen soll. Der Vorschlag, die Kapitalmärkte stärker in die Finanzierung der Pensionen einzubeziehen, kommt jetzt vordergründig gesehen zu einem Unzeitpunkt. Wenn die Börsen verrückt spielen und Vermögen für zukünftige Pensionen weniger wert wird, ist das nicht gerade ein günstiger Zeitpunkt für eine Diskussion über eine maßgebliche Ausweitung des Systems auf betriebliche und private Vorsorge. So wenig plausibel es heute vielleicht klingen mag, so notwendig werden die Kapitalmärkte langfristig trotzdem bleiben. In Zukunft werden die Verantwortlichen über private und betriebliche Pensionsgelder allerdings vorsichtiger, spricht konservativer, agieren müssen.

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