LR Stöger fordert Errichtung einer öffentlichen Medizin-Universität in Linz

OÖ. Gesundheits-Landesrätin warnt vor drohendem Ärztemangel

Linz (OTS) - "Damit auch in Zukunft eine moderne, höchstentwickelte medizinische Betreuung der oberösterreichischen Bevölkerung sichergestellt werden kann, brauchen wir unbedingt eine Medizinische Universität in unserem Bundesland", warnt Gesundheits-Landesrätin Dr.in Silvia Stöger vor einem drohenden Ärztemangel. "Es kommt dabei nur eine öffentliche Universität in Frage", fordert Stöger, "denn bei einer Privatuni müssten die StudentInnen jährlich 9.000 Euro Studiengebühren zahlen."

Die oö. Landtagsparteien haben bekanntlich bereits einen gemeinsamen Beschluss zur Errichtung einer Medizinischen Fakultät in Oberösterreich gefasst. Stöger untermauert die Dringlichkeit nun mit neuesten Zahlen: Eine Bedarfserhebung der Wirtschaftsuniversität Wien von 2007 ergibt, dass derzeit schon rund 1.000 neue Ärztinnen und Ärzte pro Jahr gebraucht werden, in zehn Jahren werden es sogar rund 1.600 sein. In Österreich schließen aber nur rund 800 Studenten pro Jahr das Medizinstudium ab. Da die bestehenden medizinischen Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck sowie Salzburg über keine zusätzlichen Kapazitäten mehr verfügen, gibt es jetzt schon einen Engpass und Studienbeschränkungen.

Die Medizinische Gesellschaft für Oberösterreich hat bereits ein Positionspapier zur Errichtung einer Medizin-Universität in Linz ausgearbeitet. Der einmalige Investitionsaufwand wird darin mit rund 10 Millionen Euro veranschlagt, die laufenden jährlichen Kosten mit rund 9 Millionen. "Diese Beträge sind für die öffentliche Hand durchaus verkraftbar, eine Belastung der StudentInnen durch Studiengebühren lehne ich ab", so Stöger. "Für das Studium darf nur die Qualifikation, nicht das Einkommen der Eltern zählen."

"Der starke Wirtschaftsstandort Linz verdient sich die Universität, im Bereich der medizinischen Forschung und Qualitätsentwicklung gibt es in Oberösterreich hervorragende Kooperationsmöglichkeiten und Synergiechancen. Zudem verfügt unser Bundesland bereits über ausreichend Erfahrung in der universitären Lehre im Rahmen der akademischen Lehrkrankenhäuser", verweist Stöger auf beste Voraussetzungen für den Standort Linz.

Landesrätin Stöger erwartet sich, dass Landeshauptmann Pühringer auch beim zuständigen Bundesminister Hahn verstärkt Druck macht, damit es auch vom Bund eine entsprechende Unterstützung gibt.

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