Kabarett Fledermaus 1907 - 1913: Ein Gesamtkunstwerk der Wiener Werkstätte

Literatur, Musik, Tanz

Wien (OTS) - Österreichisches Theatermuseum, 28. Februar bis 8. Juni 2008

Pressekonferenz am Mittwoch, dem 27. Februar 2007 um 11 Uhr
im Österreichischen Theatermuseum, Lobkowitzplatz 2, Wien I

Am 20. Oktober 1907 wurde in der Kärntnerstraße das "Theater und Kabarett Fledermaus" eröffnet. Ausgehend von den künstlerischen Idealen der "Wiener Werkstätte" rückten Josef Hoffmann und Koloman Moser gemeinsam mit dem Unternehmer und Financier Fritz Waerndorfer damit die Welt des Theaters in das Zentrum ihres Interesses. Eine eigene Bühne schien dem aus der Secessionsbewegung hervorgegangenen Bündnis innovativer Gestalter besonders geeignet, dem Anspruch auf Schaffung eines Gesamtkunstwerks entgegenzukommen.

Doch nicht pathetisch und hehr wie im Wagner’schen Sinn sollte es sein, sondern leichtfüßig daherwirbelnd wie synästhetische Eindrücke beim Gang durch die Großstadt. Man wandte sich daher dem respektlosen, traditionslosen, dem persiflierenden, subversiven Kabarett zu - einer modernen Theaterschöpfung der Metropole Paris. Alles lag in der Verantwortung der "Wiener Werkstätte": Die Finanzierung, die Programmgestaltung und - wohl am wichtigsten - die Ausgestaltung der Kellerräumlichkeiten eines in der Kärntnerstraße gelegenen Zinshauses zu einem Theaterraum, dem Josef Hoffmann höchst noble Gestalt verlieh, und einem Barraum, dessen extravagante Aufmachung zum Signet modernster Urbanität wurde.

Aus dem Zusammenspiel hervorragender Künstler wie Josef Hoffmann, Bertold Löffler oder Carl Otto Czeschka, literarischer Meister des Aphorismus wie Egon Friedell und Alfred Polgar, der so genannten Polfried AG, Peter Altenberg u. a., erstklassiger Unterhaltungsmusiker wie Konrad Scherber oder Hannes Ruch, legendärer Diseusen und Chansonniers wie Marya Delvard und Marc Henry sowie innovationsträchtiger Tänzerinnen wie Grete Wiesenthal mit ihren Schwestern, aber auch des aufbrechenden Talents Oskar Kokoschka, der sein Bühnendebüt in der "Fledermaus" feierte - aus all dem entstand ganz im Geist der "Wiener Werkstätte" eine völlig neue Theaterkunst.

Der 100. Geburtstag des "Kabarett Fledermaus" ist für das Österreichische Theatermuseum willkommener Anlass, nicht nur die Ausstattung von der Möblierung bis hin zu den Anstecknadeln der Platzanweiserinnen als "Aushängeschild" der "Wiener Werkstätte" zu präsentieren, sondern die künstlerischen Aktivitäten dieser kulturhistorisch faszinierenden Einrichtung in ihrer Gesamtheit darzustellen. Die von Barbara Lesák kuratierte und von Blaich + Delugan gestaltete Ausstellung wird von einem aufwändigen Katalog und einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr

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