E-Control: Wettbewerb ist der beste Schutz vor hohen Preissteigerungen

Energieregulator erteilt Energiepreisregulierung eine Absage

Wien (OTS) - "Energie war ein wesentlicher Preistreiber im Jahr 2007", so der Geschäftsführer der E-Control, DI Walter Boltz. "Uns allen muss aber klar sein, dass in den nächsten Jahren durch Maßnahmen gegen den Klimawandel und durch zusätzlichen Energiebedarf global weitere Belastungen auf die Bevölkerung zukommen. Einmalaktionen im Energiebereich sind da kaum hilfreich", so Boltz weiter.

Österreichs Haushalte konsumieren durchschnittlich laut Statistik Austria monatlich etwa 2600 Euro. Die Inflation hat damit die Kosten um ca. 57 Euro/Monat für jeden Haushalt ansteigen lassen. Nahrungsmittel, Wohnungsinstandhaltung und Energie (Strom, Gas und andere Brennstoffe) tragen den Löwenanteil der Preissteigerung des Jahres 2007. Die Nahrungsmittel steuern 0,48%, Wohnungsinstandhaltung 0,51% und Energie 0,28 %-Punkte zur Inflation bei. Die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln werden aber teilweise auf die Verwendung der Böden für Energieproduktion zurückgeführt.

Die Herausforderung besteht darin, langfristig kostensenkende Maßnahmen zu ergreifen:

1. Energielieferanten-Wechsel

Die Konsumenten haben es teilweise selbst in der Hand, alleine durch den Wechsel des Energielieferanten in Summe bis zu 150 Euro/Jahr bei der Strom- und Gasrechnung einzusparen. Das sind etwa 20% des durch die Preissteigerungen verursachten Kaufkraftverlustes eines Durchschnittshaushaltes. Eine repräsentative Umfrage, die kürzlich im Auftrag von E-Control bei Wechslern durchgeführt wurde hat gezeigt, dass die Mehrheit der Wechsler tatsächlich alleine bei Strom mehr als 100 Euro/Jahr eingespart hat - und das bei einem Zeitaufwand von wenigen Minuten. Auch bei Erdgas ist eine Einsparung in dieser Höhe in manchen Gebieten möglich.

2. Effizientere Gestaltung der Ökostromförderung

Das Volumen, das jährlich für die Förderung von erneuerbarem Strom ausgegeben wird, macht bereits etwa 0,2% der gesamten Konsumausgaben aller Österreicher aus. Das klingt aufs Erste nicht viel, aber die notwendigen jährlichen Belastungen werden noch steigen. Deshalb ist eine möglichst kostengünstige Förderpolitik unumgänglich und soll ja auch durch eine Novelle des Ökostromgesetzes umgesetzt werden. Maximale erneuerbare Energie zu geringst möglichen Kosten - das sind wir der heimischen Bevölkerung schuldig.

3. Effizientere Marktintegration

Ineffizienzen in der EU führen dazu, dass die österreichischen Konsumenten nach Schätzungen der E-Control 250 Mio Euro zu viel bezahlen. Österreich ist mit dem deutschen Preisraum bei Strom integriert. Wenn mangelnder Wettbewerb in Deutschland zu höheren Preisen führt, trifft dies deshalb auch die österreichischen Kunden. Die EU hat darum ein Paket geschnürt, das den Wettbewerb in der gesamten EU verbessern soll. Dadurch sollen nur die günstigsten Kraftwerke am Markt erfolgreich sein. Heute verhindern Netzengpässe und bürokratische Hürden den Stromaustausch und schützen so die nationalen Platzhirsche. Österreich sollte daher das vorgeschlagene Wettbewerbspaket der EU unterstützen. Ein wesentlicher Beitrag ist deshalb eine Stärkung des Wettbewerbs auf dem europäischen Energiemarkt durch die volle und rasche Beschlussfassung des angekündigten Pakets.

4. Laufendes Monitoring des Wettbewerbs

In Österreich wird der Kampf um Kunden sicherlich auf kleiner Flamme geführt. Wettbewerb kann aber nur dann den gewünschten Erfolg haben, wenn er auch wirklich statt findet. Heute können Unternehmen Preise anheben, ohne dass sie dafür eine wesentliche Reaktion der Wettbewerber befürchten müssen. Da wir nur einige wenige potente Unternehmen haben, brauchen wir eine genaue Aufsicht über den Wettbewerb, die auch in konkrete Maßnahmen münden kann.

"Preisregulierung, abgesehen davon, dass dadurch auch in der Vergangenheit weder eine effiziente Energieversorgung noch niedrige Preise gesichert wurden, ist immer nur die allerletzte Option", so Boltz ablehnend. "Dass wir darüber überhaupt diskutieren müssen, zeigt eigentlich nur, dass wir bisher in der EU und in Österreich nicht die notwendigen Voraussetzungen für Wettbewerb geschaffen haben."

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