MedUni Wien: Medizinstudium-Prüfungserfolge von Studentinnen und Studenten schon ab zweiter Großprüfung gleich

Vergleichbarkeit von SIP1- und EMS-Ergebnissen verdichten Hinweis auf Geschlechterdifferenz bei Vorbildung

Wien (OTS) - Eine in der aktuellen Ausgabe der Wiener Klinischen Wochenschrift erschienene Studie von MedUni Wien-Mitarbeitern zu den Prüfungsergebnissen von Studierenden des Medizinstudiums kommt zum zentralen Ergebnis, dass Männer - insbesondere bei der ersten Großprüfung (sog. SIP1) - die dort geforderten großen Stoffmengen besser bewältigen als ihre Studienkolleginnen. Die Studienautoren vermuten dabei, dass Männer - zu diesem Zeitpunkt - mit größeren Wissensmengen lerntechnisch strategisch besser umgehen können, Frauen anderseits eher kleinere Lernmengen besser bewältigen. In der Studie wurden die Erfolgsergebnisse mit einer Fragebogenerhebung u.a. zur Selbsteinschätzung über die Erfolgssicherheit bzw. die beste Lernstrategie verglichen.

Wie die parallel dazu laufenden Analysen der Curriculumsdirektion der MedUni Wien zum Prüfungserfolg belegen, zeigt sich zugleich aber auch, dass schon ab der SIP2 (von gesamt 6 SIPs) die Frauen mit den Männern bei den Prüfungsergebnissen gleich ziehen. Die eingangs vorhandenen Ergebnisunterschiede werden somit von den weiblichen Studierenden bei gleich bleibendem Prüfungstyp und gleich bleibendem Prüfungsumfang - dem Wissensstoff des jeweiligen gesamten Studienjahres - sukzessive ausgeglichen.

Vizerektor für Lehre, Rudolf Mallinger: " Die Analyse der Prüfungsergebnisse der SIP1, also der ersten großen Wissensprüfung am Ende des zweiten Semesters, muss auch in direktem Zusammenhang mit den Ergebnissen des Eignungstest für das Medizinstudium - des EMS -gesehen werden. Da die österreichischen Studentinnen bei EMS und SIP1 in etwa vergleichbar schlechter abschneiden als ihre männlichen Kollegen, der EMS aber kein Wissenstest, sondern ein soziokognitiver Studierfähigkeitstest mit naturwissenschaftlicher Ausrichtung ist, verdichten sich für uns jetzt die Hinweise auf Differenzen in der Vorbildung. Eine Änderung der Prüfungsordnung oder der Eignungstests ändern - so gesehen - an dem als Ursache immer wahrscheinlicher werdenden geschlechtsspezifischen Manko in der schulischen Vorbildung nichts."

Das Prüfungsformat der Summativ Integrierten Prüfungen (der SIPs), deren positive Absolvierung jeweils Voraussetzung für den positiven Abschluss eines Studien- oder Studienteilabschnitts sind, entsprechen internationalen Standards in Form und Umfang. Das Medizinstudium selbst ist über die Hälfte seines Gesamtumfangs v.a. kleingruppen-und praxisorientiert, wobei hier der Erfolg im in Form von immanenten Prüfungen gemessen wird. Das 2001 nach internationalem Vorbild (z.B. das Amsterdamer Modell) für einen platzmäßig beschränkten Probejahrgang implementierte Medizinstudium "neu" haben Mitte 2007 die ersten rund 100 Studierenden (von 111) bereits in Mindestzeit abgeschlossen. Die MedUni Wien rechnet auch für die kommenden Voll-Jahrgänge, insbesondere für jene mit absolviertem Eignungstest, mit einem drastischen Rückgang der Studienabbrecherquote und einem massiven Anstieg von Studienabschlüssen in Mindestzeit.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Bernd Matouschek, Pressesprecher
Medizinische Universität Wien
Spitalgasse 23, 1090 Wien
tel: +43 (0)1 40160 -100 09
tel/fax: +43 (0)1 23 101 32
gsm: +43-(0)676-6119701;
bernd.matouschek@meduniwien.ac.at
www.meduniwien.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MEU0001