Immobilientreuhänder wehren sich: "Schluss mit lustig!"

"Wahlpolitische Unkorrektheiten auf Kosten der Bevölkerung müssen aufhören" - Malloth bricht Gespräche ab

Wien (PWK103) - Als "späten und üblen Faschingsscherz auf Kosten der Bevölkerung" verstehen die Immobilientreuhänder das "Feuerwerk an grundlagenfreien Unterstellungen" der letzten Wochen.

Dazu der Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der WKÖ, Thomas Malloth: "Es reicht. Was da verbreitet wird, verunsichert die großteils gar nicht betroffene Bevölkerung." Allein der Versuch, Maklergebühren (die, wenn überhaupt, dem durchschnittlichen Österreicher ein- bis zweimal in seinem Leben begegnen) mit dem Begriff Inflation (Steigerung von Kosten für kontinuierlich gebrauchte Güter und Leistungen) zu verbinden und daraus Forderungen abzuleiten, zeige die manipulative Absicht.

Die Forderung nach Senkung der Maklergebühr auf zwei Monatsmieten habe zur Konsequenz, dass sich gutausgebildete Makler aus dem Markt zurückziehen. "Statt solider Beratung ist der Konsument dann Adressenvermittlern und Pfuschern ohne Schutz ausgeliefert und wird in jeder Beziehung draufzahlen. Diese neue Art der Marktregulierung kann doch nicht gemeint sein?"

Einsparungen seien immer möglich, so Malloth: "Wir fordern eine vollständige Abschaffung der Mietvertragsgebühr, insbesondere auch für alle Unternehmer, da diese aufgrund der Miethöhe schnell aus der Freibetragsgrenze herausfallen. Es gibt keinerlei Gegenleistung."

Unter "Unfug" falle das Ansinnen einer Deckelung des Richtwertmietzinses. Diese führe laut Malloth unweigerlich zur Aufgabe einer ordentlichen Instandhaltung der Gründerzeithäuser und anderer Objekte. Fazit: ganze Stadtteile verrotten, Mieter ziehen weiter, Substanzen können nicht mehr bewahrt werden. Es muss endlich Schluss sein mit der Diskriminierung junger Familien gegenüber jenen, die von lächerlich geringen Mietzinsen aus Altmietverträgen profitieren", lautet der Gegenvorschlag der Immobilienexperten.

Für moderne Wohnraumschaffung auf technisch letztem Stand brauche es Investitionen, z.B. durch die Modernisierung des Betriebskosten-Kataloges oder Verankerung von Maßnahmen im Bundesrecht für energetische Sanierungsmaßnahmen.

Die Entlastung der Mieter von der Grundsteuer bezeichnet Malloth als Augenauswischerei. Damit werde nur Tür und Tor der geplanten Anhebung der Einheitswerte geöffnet, um dann jeden Haus- und Wohnungseigentümer kräftig zur Kasse zu bitten. Die Regierung solle Pläne für die Einheitswerterhöhung auf Eis legen. Wie bei den Mietvertragsgebühren sichere sich hier der Staat ein fettes Körberlgeld und spielt den Immobilienexperten den "Schwarzen Peter" zu.

Zuletzt sei die Reduktion der Verwaltungskosten ein Griff in fremde Schatullen. Dem Vermieter steht eine entsprechende Pauschale per Gesetz zu - so wie dem Mieter das Recht auf ein optimal gepflegtes und professionell verwaltetes Haus.

Ein Zeichen von "Unehrlichkeit" ist es für Malloth, wenn Justizministerin Maria Berger einerseits die Sozialpartnergespräche um das Thema Erhaltung/OGH-Judikatur lobt und auf der anderen Seite dem Sozialpartner "unter dem Tisch tief in die Tasche greift". Malloth sieht sich damit laut Mitteilung gezwungen, die von ihm initiierten Sozialpartnergespräche abzubrechen. Auch die für Ende Februar angesetzten Kollektivverhandlungen werden ausgesetzt, wenn die wirtschaftliche Lebensfähigkeit der Betriebe als Spielball der Politik missbraucht wird. (hp)

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