Unzureichende Information über kindersichere Feuerzeuge!

In zwei Monaten dürfen innerhalb der EU nur noch Feuerzeuge mit Kindersicherung verkauft werden. Trafikanten und Kunden wurden bisher kaum informiert.

Wien (OTS) - Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hat im Jänner 2008 489 Trafikanten zu verschiedenen Aspekten von kindersicheren Feuerzeugen befragt. Hintergrund der Befragung ist die seit 11. März 2007 geltende Regelung, dass innerhalb der EU ausschließlich kindersichere Feuerzeuge erstmalig in Verkehr gebracht werden dürfen. Restbestände von Feuerzeugen ohne Kindersicherung dürfen derweil noch verkauft werden - doch auch damit ist am 11. März diesen Jahres Schluss. Ab diesem Stichtag dürfen in ganz Europa nur noch Feuerzeuge mit Kindersicherungen verkauft werden. Aber 43 Prozent der Trafikanten geben an, der Großhandel verkaufe ihnen nach wie vor noch herkömmliche Feuerzeuge - und das nur zwei Monate vor dem Stichtag!

"Die Restbestände scheinen riesig zu sein, wenn zwei Monate vor dem Stichtag noch immer jedes zweite verkaufte Feuerzeug ohne Kindersicherung ist. Feuerzeuge mit einer Kindersicherung machen es für kleine Kinder praktisch unmöglich, das Feuerzeug zu benutzen. Damit kann eine große Anzahl von Zündeleien verhindert werden. Bei von Kindern ausgelösten Bränden sterben immer wieder auch Menschen", erklärt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im KfV.
Diese Tatsache scheint in Österreich noch nicht weit verbreitet zu sein, denn die KfV-Umfrage hat gezeigt: Es werden in jeder zweiten Trafik nach wie vor mehr herkömmliche als kindersichere Feuerzeuge verkauft. Und 42 Prozent der befragten Trafikanten kennen die Stichtagsregelung nicht.

Nach wie vor werden mehr herkömmliche Feuerzeuge verkauft

85 Prozent der österreichischen Trafikanten bieten zwar kindersichere Feuerzeuge an, aber nur knapp ein Drittel weißt die Kunden extra auf sie hin. "Es erstaunt mich deshalb nicht, dass nur neun Prozent der Kunden explizit nach kindersicheren Feuerzeugen fragen", bemerkt Kisser.
Hinzu kommt auch, dass kindersichere Feuerzeuge zu 94 Prozent in den Trafiken teurer angeboten werden als herkömmliche. "Diese Teuerung zeigt eindeutig, dass der Handel den Gewinn an Sicherheit mit höheren Preisen quittiert", bemerkt Kisser weiter.

Wie werden kindersichere Feuerzeuge bewertet?

Mehr als 53 Prozent der Trafikanten halten den Verkauf von kindersicheren Feuerzeugen für nicht sinnvoll. Auch die Kunden selbst stehen laut Angaben der Trafikanten der Einführung von kindersicheren Feuerzeugen skeptisch gegenüber. So nehmen nach Einschätzung der Trafikanten 42 Prozent der Kunden die Einführung der neuen Feuerzeuge neutral auf - 23 Prozent beurteilen die Einführung negativ. Nur neun Prozent finden es gut, dass ab 11. März 2008 in der Europäischen Union nur mehr Feuerzeuge mit Kindersicherung verkauft werden dürfen. Als Hauptgrund für die negative Beurteilung wurde angegeben, die neuen Feuerzeuge seien schwerer zu bedienen als herkömmliche. "Sicherlich sind die neuen Feuerzeuge etwas schwieriger zu bedienen als die herkömmlichen - aber das ist ja auch der Sinn der Sache, um Kinder das Bedienen der Feuerzeuge unmöglich zu machen und mehr Sicherheit zu schaffen!", betont Kisser.

Mehr Information nötig

"Wir denken, dass in diesem Fall wesentlich mehr Information von Seiten des Handels und der Industrie nötig ist! Wenn ein Produkt sicherer wird, ist das ein Gewinn für die Kunden, den man auch positiv verkaufen kann. Es kann nicht sein, dass in zwei Monaten ein neues Gesetz in Kraft tritt und keiner weiß Bescheid", sagt Kisser. Weitere Informationen über die neue Regelung finden Sie auf www.kfv.at.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Kerstin Gardill
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: kerstin.gardill@kfv.at
www.kfv.at

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