Sturm "Paula": Land Kärnten beschließt umfangreiches Maßnahmenpaket

LH Haider, LR Scheuch, LR Martinz: 15 Mio. Euro stehen zur Verfügung - Rasche Hilfe für Betroffene

Klagenfurt (LPD) - Nach Sturm "Paula" liegt in Kärnten mehr Holz
am Boden als zuerst angenommen. Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Jörg Haider sprach heute, Mittwoch, von 1,7 Mio. Festmetern. Das würde einen Schaden von 50 Mio. Euro bedeuten, dazu komme noch ein Schaden von 500.000 Euro an Dächern und Gebäuden. In Kärnten wird aber kein Betroffener alleine gelassen, betonte Haider gemeinsam mit Forstlandesrat Josef Martinz und Oberkärnten-Koordinator LR Uwe Scheuch. In der außerordentlichen Regierungssitzung wurde heute ein umfangreiches Maßnahmenpaket einstimmig beschlossen. Laut Haider stehen dafür rund 15 Mio. Euro zur Verfügung.

Um einen Holzpreisverfall zu verhindern, werden so genannte Nasslager in den Regionen eingerichtet. Für Einrichtung und Betrieb entstehen hier Kosten von zehn Euro je Festmeter, das Land gibt laut Haider drei Euro dazu. Insgesamt sollen 700.000 Festmeter in den Nasslagern eingelagert werden, vom Land stehen Mittel in Höhe von 2,1 Mio. Euro bereit. Wie Haider ausführte, sind nur 50 Prozent des Schadholzes schnittfähiges Material. Daher gebe es auch Maßnahmen, um bei der zweiten Hälfte einen Preisverfall zu stoppen. So sollen z.B. Interventionslager für Biomasse eingerichtet werden, damit auch diese nicht unter Zeitdruck verkauft werden müsse.

Für die aufwendige Wiederaufforstung sollen laut Haider ISDW-Mittel aus der "Initiative Schutz durch Wald" lukriert werden. 90 Prozent der Kosten könne man dort unterbringen. Mitfinanzieren will das Land Kärnten auch die Kosten der Holzbringung durch Hubschrauber. Ebenso soll es Landeszuschüsse bei Holzförderungen mittels Seilbahnen geben. Weiters sei die Besitzfestigung im bäuerlichen Bereich wesentlicher Bestandteil der Maßnahmen.

Für Haider ist es besonders wichtig, dass die heute beschlossenen Maßnahmen die kleinen bäuerlichen Betriebe unterstützen. "Bei vielen ist die grüne Sparkasse weg, weil fast ihr gesamter Wald am Boden liegt", sagte er. Über das Nothilfswerk sollen Härtefälle daher möglichst rasch abgegolten werden. Im Katastrophenfonds stehen laut dem Landeshauptmann 12 bis 13 Mio. Euro bereit.

Haider strich auch die hohe Einsatzbereitschaft aller öffentlichen Institutionen, wie Feuerwehren und Bundesheer, hervor. Auch die Behörden würden eine gute Leistung bringen und sehr flexibel agieren. Überhaupt gebe es in Kärnten eine gute Kooperation aller Verantwortlichen.

Landesrat Scheuch betonte, dass der heutige Regierungsbeschluss eine Garantie für alle Landwirte und Waldbesitzer sei, dass es keinen Holzpreisverfall geben werde. Hier gehe es nämlich auch um Bauern, die nicht von Sturmschäden betroffen sind. Wichtig sei, dafür zu sorgen, dass Schadholz, das nur für Biomasse verwendet werden kann, kostendeckend aus dem Wald entsorgt werde. Es seien nämlich auch Folgeschäden, z.B. durch Käferbefall, zu vermeiden. In Oberkärnten, wo Scheuch die Koordination übernommen hat, habe die Befreiung der Gräben oberste Priorität. 1.000 Festmeter würden nämlich direkt in den Abflussbereichen der Gräben liegen. Hier gelte es, rasch die untenliegenden Dörfer zu sichern.

Forstreferent Martinz sagte, dass beim Landwirtschaftsminister um Mittel aus dem Programm für die ländliche Entwicklung angesucht wurde. Die Maßnahmen des Landes stünden unter der Überschrift "Entzerrung des Marktes". Bauern sollten also nicht in Panik verfallen, man habe Zeit beim Verkauf des Schadholzes. "Das Land steht auf der Seite der Bauern", betonte Martinz. Er hoffe nun auch auf einen Schulterschluss mit der Sägeindustrie, die faire Preise machen solle. Wie Martinz außerdem bekannt gab, wurde beim Arbeitsminister um eine Erhöhung des Saisonierkontingentes bei Waldarbeitern angesucht. Für Sondermaßnahmen wolle man 200 zusätzliche Leute für rund neun Monate bekommen, was auch von den Sozialpartnern mitgetragen werde. Diese Saisoniers wären laut Martinz hauptsächlich als Forstarbeiter ausgebildete Kroaten und Bosnier. (Schluss)

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