Internationale Asbest-Konferenz 2 - 100.000 Tote jährlich durch Asbest

BHI-Wiesehügel: Asbest gehört auf Tagesordnung aller Regierungen

Wien (GBH/ÖGB) - Rund 80 TeilnehmerInnen, GewerkschafterInnen aus dem Bau- und Holzbereich aus 36 Ländern, diskutieren in Wien, wie ein weltweites Verbot aller Formen von Asbest durchgesetzt werden kann. Klaus Wiesehügel, Präsident der Bau- und Holzarbeiter-Internationale (BHI), fand in seiner Begrüßungsrede deutliche Worte: "Asbest gehört auf die Tagesordnung aller Regierungen. Denn die Folgen von Asbest-Exposition sind viel ernster, als noch vor wenigen Jahren gedacht wurde."++++

Ein großes Problem, so Wiesehügel, sei das aggressive weltweite Lobbying der Asbestindustrie, die sich nun, da in mehr als 40 Ländern bereits ein Asbestverbot durchgesetzt wurde, vor allem auf die Entwicklungsländer in Afrika und Asien konzentriere. Hier gebe es nach wie vor Steigerungsraten beim Asbest-Import.

Als Provokation betrachtet es die BHI, dass heute zeit- und ortgleich eine Konkurrenzveranstaltung von Chrysotil-Asbest-BefürworterInnen stattfindet. Wiesehügel: "Diese Leute wollen die Konfrontation. Wir werden uns aber nicht provozieren lassen und klare Worte dazu sagen." Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) Johann Holper ergänzt: "Dies ist ein deutliches Zeichen, dass die erfolgreiche weltweite Kampagne der BHI für ein weltweites Asbest-Verbot bei den Asbest-Befürwortern bereits Ängste auslöst. Ihnen sei versichert: Wir werden so lange weiterarbeiten, bis es endlich ein weltweites Asbest-Verbot gibt!"

Die Asbestindustrie will glauben machen, dass der Asbest Chrysotil ungefährlich und sicher zu handhaben sei. Dies, so bestätigt Igor Fedotov von der Internationalen Arbeitsorganisation IAO in Genf, sei von sämtlichen seriösen Wissenschaftern widerlegt worden: "Die beste Prävention ist ein weltweites Verbot!"

Die Zahlen machen betroffen: Rund 100.000 Menschen sterben weltweit jährlich nach beruflicher Asbest-Exposition. Die Dunkelziffer, so die Direktorin für berufliche Gesundheit und Sicherheit in der BHI, Fiona Murie, sei freilich bedeutend höher. Die Gründe dafür: Viele Betroffene wissen nicht, dass sie Asbest ausgesetzt waren, die Erkrankungen, die oft erst Jahrzehnte später auftreten, werden nicht mit der Asbest-Exposition in Verbindung gebracht. Außerdem gibt es in vielen Ländern der Welt keinerlei verlässliche Erfassung und Aufzeichnung der Krankheitsfälle.

Die Konferenz wird heute und morgen mit Erfahrungsberichten von GewerkschafterInnen aus der ganzen Welt fortgesetzt.

ÖGB, 6. Februar 2008 Nr. 64

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